Leere Druckerpatronen sind halb voll - 10.11.2008
Dass eine Druckerpatrone nie vollständig leer sein darf, wird unisono behauptet. Eine Restmenge müsse in der Cartridge verbleiben; andernfalls würde eingetrocknete Tinte für irreparable Schäden am Drucker sorgen.
Nun ging das IT-Magazin "PC World" in einem Test der umgekehrten Frage nach: Wieviel Tinte bleibt in einer Patrone, die laut Drucker-Hersteller leer ist. Das Testergebnis erscheint haarsträubend. Mit Ausnahme einer Patrone wiesen die "leeren" Patronen erstaunliche Mengen nicht genutzter Tinte auf. In einem Fall war die leere Patrone fast zur Hälfte gefüllt.
Die "PC World" testete folgende Multifunktionsgeräte der Hersteller Canon, Epson, Hewlett-Packard und Kodak: Pixma MP610 (Canon); RX680 (Epson); Photosmart C5280 von HP; EasyShare 5300 (Kodak). Bei den Geräten handelt es sich um Schwarz-/Weiß-Drucker.
Das Gerät von Canon stellte seine Dienste ein, als noch 24 Prozent der Tinte in der Patrone war. Die volle Patrone wog 27,333 Gramm, die "leere" 6,459 Gramm.
In Epsons Drucker blieben acht Prozent der Tinte übrig. Die volle Patrone wog 11,7 Gramm, die "leere" 0,969 Gramm. Epson kommentierte gegenüber der Redaktion das Ergebnis so: Dieser Rest sei normal und notwendig, um die Funktionsfähigkeit des Druckers zu garantieren.
HPs Gerät war das einzige, das mit einer Originalpatrone solange druckte, bis die Patrone tatsächlich leer war. Allerdings warnte es, lange bevor die Patrone leer, ohne allerdings den Dienst einzustellen.
In Kodaks Drucker dagegen war die Patrone zu erstaunlichen 43 Prozent gefüllt, als das Gerät seine Dienste einstellte. Die volle Patrone wog 16,857 Gramm, die "leere" 7,272 Gramm. Auch Kodak erklärte, das Funktionieren des Druckers verlange diese Restmenge.
Des Weiteren testete die PC World die Drucker auch Patronen von Drittanbietern. Die Resultate sprechen für sich: Zwar fehlten hier die sattsam bekannten Warnungen auf den Displays, doch die leeren Patronen wiesen folgende Füllmengen aus: 45 Prozent - Canon; 41 Prozent - Epson; 0 Prozent -HP; 36 Prozent - Kodak.
In einem früheren Test hatte die PC World festgestellt, dass die Seitenangaben von Herstellern meist nicht stimmten. Drei von vier getesteten Druckern spuckten weniger Seiten aus als die Hersteller versprochen hatten.
"Eine durchschnittliche Patrone enthält acht Milliliter schwarzer Tinte und kostet rund 10 Dollar. Dies wiederum bedeutet, dass ein Milliliter 1,25 Dollar und somit ein Liter schwarzer Druckertinte nicht weniger als 1.250 Dollar kostet", rechnet die PC World vor. Zum Vergleich: Ein Kilo Kaviar kostet in den USA vier mal soviel.
Weshalb Steve Pociask, Präsident des American Consumer Institute, einem Nonprofit-Forschungsinsitut, meint: "Ich persönlich bin der Meinung, dass die Kunden über den Tisch gezogen werden." Sein Institut hat vor einem Jahr die Druckerstudie "Inkjet Prices, Printing Costs and Consumer Welfare" veröffentlicht.
Microsoft bringt kostenlose Onlineversion von Office - 29.10.2008
Das Internet und die zunehmend aggressive Kultur von Software-Anbietern, hier ihre Lösungen zum freien Download auszustellen, hat nun offenbar Microsoft ins Wanken oder zumindest zum Umdenken gebracht: Die seit jeher nur gegen Bezahlung erhältliche Softwaresuite "Office" wird bald schon im Internet kostenlos nutzbar sein. Das kündigte Microsoft auf der Entwicklerkonferenz Professional Developers an, die derzeit in Los Angeles stattfindet.
Soweit Microsoft Einsicht gab, wird die Webversion Office mit der nächsten Version 14 des Büropakets, dessen Release-Datum noch nicht feststeht, verfügbar sein. Enthalten sein sollen abgespeckte Versionen von Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Zugegriffen wird auf die Software per Browser (möglich sollen alle Standard- Browser wie Internet Explorer, Firefox oder Safari sein).
Basis wird die Plattform "Office Live (Workspace)" sein: Über diese Plattform bietet der Hersteller bereits seit einiger Zeit auch in Deutschland Privatkunden, Gewerbetreibenden und kleineren Firmen eine Online-Schnittstelle, die verschiedene Dienste wie Kollaboration oder Webseitenerstellung bietet - eine Bereitstellung von Office-Produkten war bislang noch nicht erhalten; eine mögliche Einführung wurde von Microsoftseite auch bislang immer heftig dementiert.
Wie bekannt wurde, soll das Modell wie folgt aussehen: Privatanwender, die Werbeeinblendungen in Kauf nehmen, können das Officepaket kostenlos nutzen, auf alle anderen und vor allem auf alle gewerbliche Nutzer kommt eine monatliche Gebühr zu. Unternehmen werden zudem aufgefordert, im Rahmen ihrer (Volumen-)Lizenzen eine gehostete Variante in Anspruch zu nehmen.
Hacker gehen immer geschickter vor - 14.10.2008
Malware-Autoren und Spammer verwenden bevorzugt aktuelle und emotionsgeladene Anlässe, um neugierige Anwender alle Vorsicht vergessen zu lassen. Das berichtet der Sicherheitsspezialist Trend Micro und beweist diese These mit seinem September-Bericht zur Gefahrenlage im Internet. Demnach wurden im vergangenen Monat Internet-Anwender erneut mit geschickt gestalteten Spam-Nachrichten konfrontiert, die sie zum Download von Malware bewegen sollten. Die Köder reichten diesmal von Barack Obama und Tankgutscheinen bis zur Finanzkrise und gar einem bevorstehenden Dritten Weltkrieg.
Lesen Sie hier einen Auszug: "Im September tauchte in den USA ein Social-Engineering-Trick auf, der gleich zwei Themen kombinierte, die momentan heiß diskutiert werden: Barack Obama und die hohen Benzinpreise. Mit einer professionell gestalteten Spam-Mail werden Anwender aufgefordert, an einer Umfrage zum Präsidentschaftskandidaten teilzunehmen. Als Gegenleistung winken angeblich Tankgutscheine in Höhe von mehreren hundert US-Dollar. Beim Anklicken des Links wird der Anwender auf eine Seite geleitet, die mit der Software "Webfetti" in Verbindung steht. Diese Toolbar-Erweiterung für Internet Browser verspricht die kostenlose Personalisierung von Webseiten. Im weiteren Verlauf werden Anwender gebeten, ein angebliches ActiveX-Object herunterzuladen. In Wirklichkeit handelt es sich um die Adware ADW.MYWEBSEARCH, die sich nach jedem Systemstart aktiviert und teilweise von anderer Malware genutzt werden kann.
Der Konflikt zwischen Russland und Georgien tauchte bereits mehrmals in Social-Engineering-Tricks auf. Die Variante im vergangenen Monat: Per Spam-Mail wird auf ein CNN-Video verwiesen, in dem Präsident Bush angeblich den Eintritt der USA in den Konflikt erklärt. Durch die Verwendung der Adresse www.cnn.org (statt der echten www.cnn.com) und der professionellen Gestaltung der Webseite werden Anwender getäuscht. Vor dem Start des Videos wird die Installation eines ActiveX-Objekts verlangt - in Wirklichkeit handelt es sich um TSPY_BANCOS.JN. Die Malware versucht gezielt, Online-Banking-Daten und andere sensible Informationen zu stehlen.
Darüber hinaus nahmen Malware-Verbreiter letzten Monat erneut Bankkunden ins Visier: Mit Benachrichtigungen über angebliche Sicherheits-Updates sollten Kunden der amerikanischen Wachovia Bank sowie des Finanzdienstleisters Merrill Lynch getäuscht werden. Hinter dem Update verbarg sich Malware, die Angreifern unter Umständen den Fernzugriff auf Systeme erlaubt. Der Social-Engineering-Trick nutzt die Verunsicherung der Anwender, die aufgrund der Finanzkrise für Banking- und Sicherheitsthemen besonders sensibilisiert sind.
Facebook-Freund stellt sich als Malware heraus Die Nutzer der populären Social-Networking-Seite "Facebook" kommen nicht zur Ruhe: Durch eine Spam-Mail im Facebook-Design, die einen legitimen Absender aufweist und Links zur echten Facebook-Homepage enthält, werden Anwender darüber informiert, dass sie von einem Unbekannten zum Facebook-Freundeskreis hinzugefügt wurden. Im Anhang befindet sich eine Datei, die angeblich ein Foto des Unbekannten enthält. Tatsächlich handelt es sich um Malware, die Trend Micro als WORM_AUTORUN.EAT erkennt."
Windows XP nochmals verlängert - 07.10.2008
Windows XP, Vista-Vorgänger mit großer und hartnäckiger Nutzergemeinde, wird länger als angekündigt von dem Redmonder Software-Riesen unterstützt. Es wird auf dem OEM-Vista Downgrade-Datenträger bis 31. Juli 2009 angeboten werden. Das berichtete das britische Internetmagazin 'The Register'. Ursprünglich hatte Microsoft XP am 1. Februar 2009 den Gnadenstoß geben wollen, indem es die mitgelieferte OEM-Recovery CD aus dem Verkehr ziehen wollte.
Microsoft Deutschland bestätigte: Die Recovery-CD werde bis 31. Juli 2009 ausgeliefert.
The Register berief sich bei seinem Bericht auf einen Leser aus Partnerkreisen von Microsoft. Dieser hatte sich wiederum auf ein Email bezogen, das ein nicht genannter OEM-Partner an Microsoft geschickt habe. In diesem Mail fordere der Hersteller Microsoft dazu auf, das Programm zu verlängern.
Register folgerte aus dem Mail, dass mehrere große OEMs den Softwareriesen bearbeiten. Ziel soll es sein, den Kunden die Möglichkeit zu bieten, bei Erscheinen von Windows 7 direkt von XP upzugraden. Inoffiziellen Quellen zufolge soll Windows 7 im Juni 2009 erscheinen; offiziell erst im Januar 2010.
Kleine Unternehmen unterschätzen Gefahren - 10.09.2008
Thema: Absicherung mobiler Endgeräte
Martin Haas, Director Research & Consulting bei IDC hat in einer Studie Unternehmen zwischen zehn und mehr als 1.000 Mitarbeiter zur Absicherung der mobilen Endgeräte befragt. Der Analyst zeigt Schwachstellen auf und stellt Lösungsansätze vor.
Als mobile Endgeräte sind in erster Linie Laptops, Handhelds und Mobiltelefone zu sehen. Im Bereich der drahtlosen Datenübertragung stehen WLAN und Bluetooth im Vordergrund. Allerdings müssen auch mobile Speichermedien im Rahmen der Sicherheitslösung eines Unternehmens entsprechend berücksichtigt werden. Verschiedene Angriffsziele
- Das mobile Endgerät selbst Hauptsächliche Bedrohung: Diebstahl, Manipulation, Spionage
- Das Betriebssystem des Gerätes Hauptsächliche Bedrohung: Manipulation, Spionage, schadhafte Software (z.B. Viren, Trojaner, Spyware)
- Die Applikationen, die auf dem mobilen Endgerät laufen Hauptsächliche Bedrohung: Unberechtigte Nutzung, Manipulation, Spionage, schadhafte Software (z.B. Viren)
- Die Infrastruktur, in der das mobile Endgerät betrieben wird Hauptsächliche Bedrohung: Verbreitung schadhafter Software (z.B. Viren, Trojaner, Spyware), "Denial of Service"-Attacken, unberechtigte Nutzung von Applikationen/ Diensten/Ressourcen der Infrastruktur, Manipulation, Diebstahl
- Die Kommunikationverfahren (Synchronisation, Service, Datenübertragung) Hauptsächliche Bedrohung: Spionage bei Synchronisation, unberechtigte Nutzung der Serviceschnittstelle, Spoofing, Sniffing, "Denial of Service"-Attacken
Eine weltweite IDC-Befragung hat ergeben, dass insbesondere in Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern die Bedrohungslage aktuell vielfach noch unterschätzt wird. Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern sprechen dem Thema Mobile Security inzwischen eine höhere Priorität zu (siehe Abbildung).
Diese Tatsache ist nicht überraschend. Allerdings sind die Ursachen nicht in einem geringeren Sicherheitsbedarf der kleinen Unternehmen zu sehen, sondern schlichtweg im niedrigeren Budget für derartige Vorhaben begründet.
Die Gewährleistung der Sicherheit von Geräten, Applikationen und Daten in einer mobilen Lösung muss auf verschiedenen Ebenen erfolgen. Hierzu gehören neben der technischen Absicherung der mobilen Endgeräte und Übertragungswege auch organisatorische Maßnahmen wie beispielsweise die Einführung und Beachtung von Richtlinien zur Nutzung der mobilen Engeräte.
Ein optimaler Schutz des Unternehmens kann nur über einen ganzheitlichen Lösungsansatz realisiert werden. Insbesondere die Berücksichtigung der individuellen Sicherheitsanforderungen ist für einen effektiven Schutz von entscheidender Bedeutung. Dieser Prozess beginnt bereits bei der Planung der Infrastruktur und reicht über die Beschaffung der Endgeräte bis hin zur fachgerechten Entsorgung der Geräte nach Ende der Nutzungsdauer.
Die Verantwortlichen sollten sich stets vor Augen führen, dass eine einzige Sicherheitslücke für einen Angreifer ausreichend sein kann, um das Tor zu den Unternehmensdaten ganz weit aufzustoßen.
Google-Browser entpuppt sich als Datenspion - 04.09.2008
Suchmaschinenriese Google hat, seinen eigenen Browser Chrome veröffentlicht. Das Unternehmen wirbt mit verbessertem Surferlebnis für den Webuser sowie einem stabileren und sicheren Browser. Um den Bedienkomfort zu steigern, greift Google einmal mehr auf seine umfangreichen Datenbanken zurück, wo Informationen über Surf- und Suchverhalten der Webuser gespeichert sind. Allerdings gibt sich das Online-Unternehmen damit nicht zufrieden, sondern sammelt weiter fleißig sensible Information - diesmal nicht über die Google-Homepage, sondern direkt über die Adresszeile des Browsers.
Welche Daten dabei an die Server gesendet werden, verraten die Datenschutzbestimmungen - für an Chrome interessierte User lohnt sich ein Blick darauf in jedem Fall. Der erste Punkt erläutert sogleich, dass Google über alle aufgerufenen URLs in Kenntnis gesetzt wird. Dies sei notwendig, um Adressvorschläge zu machen und das Surfen zu verbessern. Ebenso werden aufgerufene, aber nicht vorhandene URLs an den Google-Server gesendet. Der Browserverlauf bleibt also nicht auf dem Benutzerrechner gespeichert, sondern wird direkt auch an das Online-Unternehmen gesendet. Das Surfprogramm selbst enthält darüber hinaus "zumindest eine eindeutige Anwendernummer", die bei der Installation sowie bei der automatischen Update-Prüfung an Google übertragen wird. Cookies tragen zur kontinuierlichen Beobachtung ihren Teil bei.
"Google befindet sich auf einer Gratwanderung. Das Unternehmen sammelt sensitive Daten, die vorsichtig zu verwalten sind", meint Andreas Zeller, Professor am Lehrstuhl für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes. Immerhin dürfe das Vertrauen der User nicht enttäuscht werden, so der Experte. "Google muss sich darüber im Klaren sein, dass es vom Vertrauen seiner Nutzer lebt und man damit vorsichtig umgehen muss."
Andere Browser speichern ebenfalls die aufgerufenen Seiten ab, um dem User bei zukünftigen Webbesuchen die Navigation zu erleichtern - allerdings nur lokal auf dem Rechner. Der Ansatz Googles hierbei scheint verständlich, denn Chrome versucht das Nutzererlebnis bei zukünftigen Webbesuchen automatisch dadurch zu verbessern, indem der Verlauf als Referenz herangezogen wird. Denn Seiten, auf denen der User bei der Suche nach Informationen bereits fündig geworden ist, sind eine guter Anhaltspunkt, um auch künftig verlässlich die gewünschten Auskünfte auf den richtigen Seiten zu liefern. Allerdings geht der verbesserte Komfort zu einem gewissen Teil auch zu Lasten der Privatsphäre.
Der IT-Experte und Autor des US-Bestseller "The Big Switch" Nicholas Carr begründet Googles Entscheidung zu einem eigenen Browser damit, dass das Surfprogramm mittlerweile zu einer Schwachstelle in Googles Geschäftsmodell geworden ist. "Es ist das Nadelöhr, durch das der Output von Googles Datencentern - die Werbung - gehen muss, um den User zu erreichen", so Carr. Als logische Konsequenz dieses Mankos müsse der Browser neu erfunden, adaptiert, angepasst und modernisiert werden. "Google wollte nicht mehr abwarten, bis Microsoft, Mozilla oder Apple die Browser ihren Vorstellungen entsprechend verändern", schreibt Carr in seinem Blog.
"Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Zeller. "Mit dem eigenen Browser trägt Google außerdem dazu bei, dass die Grenzen zwischen Internet und Desktop zunehmend verschwimmen. Hier geht es auch darum, Kontrolle darüber zu gewinnen, wie User das Internet künftig nutzen", so der Experte. Offensichtlich sei Google mit Mozillas Engagement in diese Richtung nicht zufrieden genug gewesen. Daher habe man sich entschieden, ein eigenes Programm auf den Markt zu bringen.
Das wirkliche Ziel von Google ortet Carr jedoch nicht darin, mit Chrome einen großen Marktanteil im Browsersegment zu gewinnen und Microsoft sowie Firefox den Rang abzulaufen. "Den Browser-Krieg zu gewinnen, ist nicht Googles Absicht. Die wahre Intention ist - versteckt im Open-Source-Code des Browsers - eine Verbesserung der Fähigkeiten aller Browserprogramme, damit Google die Applikationen besser bedienen und eventuell sogar dahinter verschinden kann", schreibt Carr. "Der Browser ist das Medium, die Programme dahinter sind die Nachricht."
Trojaner dominieren unter den Webgefahren - 23.07.2008
über 60 Prozent aller neu entdeckter Malware sind Trojaner - das meldet der Sicherheitsspezialist Panda. Eine weitere, sehr beliebte Malware-Art bei Online-Kriminellen waren Adware-Programme. Knapp ein Viertel der zwischen April und Juni 2008 erstmals ausgemachten Schadprogramme fallen in diese Kategorie.
Hier eine Übersicht der neuen Bedrohungen im zweiten Quartal 2008, die Panda ausgemacht hat:
63,12 Prozent Trojaner 22,40 Prozent Adware 7,52 Prozent Würmer 4,90 Prozent Spyware 2,06 Prozent Andere (Hacking Tools, PUPs, Viren, Dialer, Security Risks, Jokes)
auch die meisten Infizierungen wurden mit knapp 30 Prozent von Trojanern und Adware mit rund 22 Prozent verursacht. Der aktivste Schädling war hingegen ein Wurm, nämlich Bagle.RP. Grund dafür ist wohl die unterschiedliche Verbreitungsweise der verschiedenen Malware-Arten. Während Trojaner beispielsweise in zahlreichen Varianten gezielt in Umlauf gebracht werden und sich an bestimmte Computer-Nutzer richten, werden einzelne Würmer meistens massenhaft versendet.
Die Länder mit den höchsten Infektionsraten waren im zweiten Vierteljahr 2008 Spanien, Mexiko, Brasilien und Russland. Im Gegensatz dazu waren die Länder, die die meisten Spam-Mails produzieren die USA (34,21 Prozent), Deutschland (5,05 Prozent) und England (4,57 Prozent). Die Spamquote betrug im vergangenen Quartal 94 Prozent. Zur Verbreitung von Spam-Mails dienten meist Botnetze, die aus einer Vielzahl von Zombie-Computern bestehen. Die Länder mit den meisten Zombie-Computern waren die Türkei (10,44 Prozent), Brasilien (8,76 Prozent) und Italien (7,13 Prozent). Mit 5,80 Prozent landet Deutschland auf Platz 5.
Hitliste der Extremviren für Juni 2008 - 15.07.2008
Kasperskys Hitliste der Extremviren wird jeden Monat aktualisiert. Sie umfasst Malware, die in irgendeiner Kategorie einen Spitzenplatz belegt.
"Gierigster Schädling im Bank-Bereich": Trojan-Banker.Win32.Banker.ohq griff die Kunden von insgesamt 56 Banken an - 50 weniger als der Vorgänger.
"Gierigster Schädling für elektronische Geldsysteme": Ein Opfer mehr als der Vormonatssieger hatte Trojan-Banker.Win32.Banker.olr im Visier. Seinem Wirkungskreis unterlagen im Juni die Kunden von drei Zahlungssystemen.
"Gierigster Schädling für Key Cards": Eine Modifikationen von Trojan-PSW.Win32.Agent.apl attackierte die Anwender von vier Geldkartensystemen.
"Bestversteckter Schädling": Trojan-PSW.Win32.Delf.jj war insgesamt achtfach durch verschiedene Komprimierungsprogramme gepackt.
"Kleinster Schädling": Mit seinem Umfang von ganzen 26 Byte schaffte es Trojan.BAT.KillFiles.hx dennoch, den gesamten Inhalt der Festplatte zu vernichten.
"Größter Schädling": Im Juni war der Trojan Banker.Win32.Bancos mit 31 MB die "größte" Malware dieses Monats.
"Feindseligster Schädling": Eine der Modifikationen von Backdoor.Win32.Agobot.gen beseitigt eine Vielzahl von Schutzprodukten wie Antiviren-Software aus dem Arbeitsspeicher und der Festplatte des infizierten PCs.
"Im E-Mail-Traffic am weitesten verbreiteter Schädling": In diesem Monat ist wie in den Monaten davor erneut Email-Worm.Win32.Netsky.q mit einem Anteil von 34,15 Prozent der am weitesten verbreitete Wurm.
"Am weitesten verbreitete Familie unter den Trojanern": Von Trojan-GameThief.Win32.OnlineGames konnten 3295 Modifikationen ausgemacht werden.
"Am weitesten verbreitete Familie unter Viren und Würmern: Die Wurm-Familie mit den meisten Vertretern wurde im ersten Sommermonat die des Wurmes Worm.Win32.Autorun: 152 Modifikationen gab es von dieser Familie.
Rundumsicht-Kamera - 09.07.2008
Die Serienproduktion der Hemispheric Kamera Q22 von Mobotix ist angelaufen, und das Modell kann ab sofort ausgeliefert werden. Die Dome-Kamera bietet einen 360°-Rundumblick, das heißt, die Q22 blickt mit ihrem hemisphärischem Spezialobjektiv in alle vier Ecken des überwachten Raums. Der für diese Objektive typische "Fischaugeneffekt" wird bereits im Livebild digital entzerrt.
Die eingebaute digitale Pan-Tilt-Zoom-Funktion gestattet dem Benutzer gleitende Fahrten im gesamten Sichtbereich, ganz ohne mechanisch bewegte Teile. Ermöglicht wird dieses Feature durch spezielle mitgelieferte Software und die Drei-Megapixel-Auflösung der der Mobotix-Kamera. Damit sind bis zu achtfache Vergrößerungen eines Bildbereichs möglich, ohne Verlust der Detailschärfe, so der Hersteller.
Die eingebaute 16 GB fassende SD-Karte lässt auch längere Aufzeichnungen zu. Außerdem reagiert die Software auf bestimmte "ungewöhnliche" Ereignisse, so dass noch während der der Aufzeichnung die Kamera selbständig die elevante Detail heranzoomen kann.
Alle Q22-Kameras stattet Mobotix standardmäßig ab Werk mit einer 1 GB SD-Karte aus.
Windows XP wird bis 2014 unterstützt - 26.06.2008
Der XP-Support ist bis 8. April 2014 gesichert. Wie Microsoft-Manager Bill Veghte in einem Brief an Unternehmenskunden erklärte, werde der Softwareriese bis zu diesem Datum Sicherheitslücken stopfen und "kritische Updates" bereitstellen. Der Grund für den Gesinnungswandel des Softwerkers dürfte banal sein: Microsoft möchte nicht, dass verärgerte Geschäftskunden sich um eine Betriebssystem-Alternative bemühen. Dass diese Linux heißen würde, ist klar. Zudem dürfte die mangelnde Akzeptanz von Vista bei Unternehmenskunden eine Rolle spielen.
Ursprünglich hatte Microsoft die XP-Unterstützung im Januar 2009 einstellen wollen. XP war am 31. Dezember 2001 erstmals ausgeliefert worden.
Der nunmehr deutlich verlängerte, nur per kostenpflichtigen Vertrag (Extended Support) zu erhaltende Support ändert nichts daran, dass Microsoft ab diesem Juli Windows XP nicht mehr vorinstalliert bei Retailern und an Endkunden verkaufen wird. Zudem wird der sogenannte Mainstream-Support für XP am am 14. April 2009 auslaufen Diese Support-Variante ist vor allem für Endkunden interesssant..
Allerdings: Da der XP-Nachfolger Vista nicht auf den neuen Mini-PCs (ULPC; Ultra Low Cost PCs) läuft, muss und wird Microsoft XP auf diesen Computern weiterhin ausliefern. Allerdings mit Hürden, wie sie Microsoft liebt: Diese ULPCs dürfen nicht mehr als ein Gigabyte Hauptspeicher und maximal einen Single-Core-1 GHz-Prozessor besitzen. Des Weiteren darf der Bildschirm nicht größer als 10,2 Zoll sein. Schließlich soll Vista, nicht XP auf PCs laufen