Die 10 schlimmsten Bedrohungen im Netz - 22.06.2010
Virenprogrammierer sind ganz versessen, die Rechner Ihrer Kunden mit Malware zu verseuchen. Denn jeder von ihnen neu gekaperter PC bringt den Cyber-Kriminellen mehr Geld. Haben Hacker etwa ein paar hundert PCs mit einem Bot infiziert, dann vermieten sie diese Computer an Spammer, die darüber millionenfach ihre Werbemails aussenden. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Schädlinge, die es auf die Daten Ihrer Kunden, auf deren Log-ins, Online-Banking-Infos und Kreditkartennummern abgesehen haben.
Und das haben Sie sicherlich schon oft erlebt: Ihr Kunde klickt auf eine URL, die ihn mit Malware verseucht, der Rechner ist nicht mehr zu gebrauchen. Wir verraten Ihnen die gefährlichsten Tricks der Cyber-Kriminellen und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Kunden vor derartigen Gefahren schützen können.
Unsere Gefahrenskala von 1-5 zeigt wie groß die Gefahr ist. 1 bedeutet "gering", 5 "sehr groß".
1. Populäre Software mit Malware verseucht Gefahrenpotential = 4: Verbreiter von Malware nutzen den Hype um neue Software, um ihre Schädlinge unters Volk zu bringen. Beispiel Windows 7: Schon mehrere Tage, bevor Microsoft die Vorabversion (Release Candidate) zum Download bereitgestellt hat, zirkulierte in Tauschbörsen ein Download mit diesem Namen. Viele Anwender, die es nicht abwarten konnten, sind darauf hereingefallen. Statt des Betriebssystems erhielten sie eine Scareware, also ein betrügerisches, vorgebliches Antivirusprogramm. Bereits im Januar haben Online-Kriminelle auf die gleiche Weise das Interesse an Apples neuer Software iWork ’09 ausgenutzt, um einen Bot zu verbreiten. Sie haben damit ein Botnet aus gekaperten Macs aufgebaut. Abwehr: Nicht jede Antiviren-Software erkennt Scareware und blockt sie ab, wenn sie gerade frisch in Umlauf gebracht wurde. Daher lautet die Abwehrstrategie, Software aus fraglichen Quellen entweder gar nicht herunterzuladen oder aber erst in einer virtuellen Maschine zu testen.
2. Viren-Attacke auf Outlook-Anwender Gefahrenpotential = 3: Phishing bezeichnet eine Methode, bei der eine Mail mit gefälschtem Absender den Nutzer auf eine gefälschte Website lockt. Dort soll das Opfer seine persönlichen Daten und Log-ins verraten. Ist die Seite gut gemacht, also etwa eine perfekte Nachbildung der Website einer Bank, dann stolpern tatsächlich etliche Anwender in die Falle. Trickreich gemacht war eine Phishing-Attacke auf Anwender von Microsoft Outlook Anfang Juni 2009. In der Phishing-E-Mail wurden die Benutzer aufgefordert, ihr E-Mail-Programm über ein Online-Verfahren neu zu konfigurieren. Der beigefügte Link führte angeblich zu Microsoft, tatsächlich aber auf eine Phishing-Site. Dort sollten die Anwender ihren Benutzernamen und ihr Passwort angeben. Dadurch erlangten die Kriminellen die Kontrolle über das Mailkonto des jeweiligen Benutzers. Andere Mails dieser Art verwiesen auf einen Virus. Abwehr: Überprüfen Sie vor der Eingabe von Log-in-Daten immer, ob die Adresse oben im Browser die der gewünschten Website ist. Nutzen Sie zudem einen Link-Scanner und ein Antiviren-Programm.
3. Falscher Flash-Player installiert Trojaner Gefahrenpotential = 4: Per Mail oder Suchmaschinen-Spam verbreiten Kriminelle Links zu angeblich besonders spannenden oder lustigen Web-Videos. Wer den Link anklickt, landet auf einer Seite, auf der es noch keinen Clip zu sehen gibt. Es wird nur ein Bild angezeigt, das ein abspielbereites Video vortäuscht. Wer dieses Video per Klick zum Starten bringen will, bekommt eine Aufforderung, die neueste Version von Adobe Flash Player herunterzuladen und zu installieren. In besonders gut gemachten Fällen landet das Opfer auf einer Download-Site, die dem Original von Adobe täuschend ähnlich sieht. Der Server der gefälschten Site steht meist in Ländern mit einem unterentwickelten Internet-Recht. So bleiben diese Sites lange online. Damit aber nicht genug. Lediglich der eigentliche Download-Link und die Web-Adresse, in der jeweils "addobe" statt "adobe" steht, weisen bei genauer Betrachtung auf die Täuschung hin. Die zum Download angebotene Datei heißt wie das Original "install_flash_player.exe" und trägt das gleiche Symbol. Damit enden jedoch die Gemeinsamkeiten. Was unvorsichtige Web-Surfer mit der Datei tatsächlich erhalten, ist Malware: ein Trojanisches Pferd, das Anmeldedaten für das Online-Banking ausspionieren soll. Abwehr: Das beste Mittel gegen solche Schädlinge ist erhöhte Wachsamkeit, wenn Sie von einer Web-Seite zum Download von Updates aufgefordert werden. Prüfen Sie die Download-Adresse genau, und installieren Sie zusätzlich einen Link-Scanner.
4. Gefälschte Promi-Profile locken mit Sexfotos Gefahrenpotential = 3: Online-Kriminelle adressieren die Neugier, indem sie mit Nacktbildern von Stars und Sternchen locken. Immer häufiger geschieht dies in sozialen Netzwerken. Bei Linkedin waren zum Beispiel eine Zeitlang gefälschte Profile von Britney Spears, Beyoncé, Shakira, Victoria Beckham und Hulk Hogan online. Darin waren Links zu Websites enthalten, auf denen es angeblich intime Fotos zu sehen geben sollte. Doch statt nackter Tatsachen erhielten arglose Anwender einen Trojaner über einen gefälschten Flash-Player oder per Drive-by-Download. Abwehr: Unbekannte Websites sollten Sie über einen virtuellen PC oder nur in einer speziell zu diesem Zweck eingerichteten, isolierten und geschützten Umgebung aufrufen, etwa in einer so genannte "Sandbox ".
5. Gehackte Promi-Sites verbreiten Schädlinge Gefahrenpotential = 4: Websites von Prominenten sind ein beliebtes Ziel von kriminellen Hackern, die Malware verbreiten wollen. Der hohe Bekanntheitsgrad sichert eine große Zahl von Besuchern und damit potenziellen Opfern. Im April dieses Jahres hatte es die offizielle Website von Ex-Beatle Paul McCartney erwischt. Nach dem Eindringen in den Webserver haben die Kriminellen etliche Seiten so präpariert, dass sie per Drive-by-Download automatisch Malware auf die Rechner der Besucher übertragen. Die Surfer hatten nichts auf der Site angeklickt und waren dennoch allein durch den Besuch der Seite infiziert. Abwehr: Den besten Schutz bietet auch hier das Surfen innerhalb einer virtuellen Maschine oder in Sandboxie. Wenn es Ihnen zu umständlich ist, diese Methoden auch für bekannte und häufig genutzte Seiten zu nutzen, raten wir zumindest zu Antivirenprogramm und Link-Scanner.
6. Gefälschte Toolbars mit Spionage-Software Gefahrenpotential =3: Zusätzliche Symbolleisten im Browser sind beliebt - manche Anwender haben bereits so viele installiert, dass kaum noch Platz für die Inhalte der Web-Seiten bleibt. Diese Beliebtheit nutzen Kriminelle aus: Vor kurzem ist zum Beispiel eine manipulierte Internet-Explorer-Symbolleiste für das beliebte soziale Netzwerk StudiVZ aufgetaucht. Sie sieht absolut echt aus, hat aber einen Schädling im Gepäck, der auf mehreren Wegen Daten des befallenen PCs ausspioniert. Die Sicherheitsexperten von McAfee haben ihn als Variante des Trojanischen Pferds Backdoor-CEP klassifiziert. Der Schädling verhält sich passiv, wenn bestimmte Sicherheitsprogramme laufen oder er in einer virtuellen Maschine ausgeführt wird. Ansonsten injiziert er Schad-Code in laufende Prozesse. Der Schädling ist nur schwer zu entdecken, denn er wird nie als Datei auf die Festplatte geschrieben. Nach der Toolbar-Installation startet der Internet Explorer und ruft die Website von StudiVZ auf. Wenn sich der Anwender dort einloggt, greift der Schädling die Anmeldedaten ab. Die ausgespähten Daten werden an einen Server in Deutschland übertragen. Schutz: Laden Sie Software jeglicher Art nur von absolut vertrauenswürdigen Quellen herunter, und prüfen Sie vor dem Download, ob die Web-Adresse im Browser stimmt oder gefälscht ist. Für StudiVZ gibt es übrigens keine offizielle Toolbar.
7. Schädlinge werden beim Surfen eingeschleust Gefahrenpotential = 5: Durch so genannte Drive-by-Downloads ("Herunterladen im Vorbeigehen") werden beim Besuch manipulierter Websites heimlich Schädlinge in den Rechner geschleust. Es handelt sich also um einen verdeckten Angriff auf ahnungslose Besucher einer vermeintlich harmlosen Website. Der Browser des Anwenders dient dabei dem Angreifer als Hilfsmittel, um schädlichen Code in dem Rechner unterzubringen. So funktioniert der Angriff: Zunächst präparieren die Kriminellen eine Website, auf die potenzielle Opfer gelockt werden sollen. Zum Teil hacken sie dazu bereits bestehende Sites. Eine andere Methode ist es, eine eigene Internet-Site zu eröffnen. Auf einer solchen Web-Seite sind dann Javascripts und/oder unsichtbare Rahmen (Iframes oder Inlineframes genannt) eingebettet, die weiteren Code von einem anderen Server holen. Sie ermitteln den vom Besucher verwendeten Browser und laden passenden Exploit-Code, der eine Sicherheitslücke des Browsers ausnutzt. Ohne dass der Besucher davon etwas bemerkt, wird so ein Trojanisches Pferd in seinen Rechner geschleust und ausgeführt. Der PC wird damit zum Beispiel Teil eines Botnets. Diese wiederum dienen etwa dazu, Spam zu versenden. Zudem spioniert der Wurm oft persönliche Informationen aus, etwa Passwörter zu Online-Diensten oder die Kreditkartennummer. Abwehr: Installieren Sie eine Antiviren-Software, und installieren Sie jedes Browser-Update sofort nach Erscheinen. Installieren Sie zusätzlich einen Link-Scanner.
8. Viren umgehen den Web-Filter im Browser Gefahrenpotential =5: Virenverbreiter speichern seit Neuestem ihre Malware auch auf One-Click-File-Hostern, etwa Rapidshare. Dort kann jeder Anwender Dateien ablegen und für andere zum Download anbieten. Über solche Hoster umgehen Schädlinge die URL-Filter: Diese blocken im Prinzip recht zuverlässig Websites, auf denen sich Viren tummeln. Google führt eine ausführliche schwarze Liste mit gefährlichen Sites, die von Browsern wie Firefox und Chrome genutzt wird. Die One-Click-File-Hoster stehen aber in der Regel auf einer weißen Liste und werden von URL-Filtern nicht geblockt. Der Sicherheitsspezialist Ralf Benzmüller von G-Data warnt: "Nicht nur Rapid-share ist betroffen. Auch andere Datei-Hosting-Dienste, etwa Mediafire.com, Uploaded.to und Uploading.com, werden zur Verbreitung von Malware missbraucht. Oft werden die Dateien als neueste Versionen von Software, aktuelle Tools oder gecrackte Software angepriesen." Abwehr: Setzen Sie immer eine aktuelle Antiviren-Software ein. Laden Sie Software nur von Hersteller-Sites und bekannten Download-Archiven wie hier bei Pcwelt herunter.
9. Erwachsenen-Sites im Web schleusen Viren ein Gefahrenpotential = 2: Über Sicherheitslücken in Browser-Plug-ins - etwa fürs Anzeigen von PDF-Dokumenten - schleusen Kriminelle Viren ins System. Das geschieht ohne Zutun des Anwenders. Man muss nur eine speziell präparierte Web-Seite im Browser aufrufen. Diese enthält einen Inlineframe, der etwa auf ein schädliches PDF-Dokument auf einem chinesischen Server verweist. Über eine Sicherheitslücke in älteren PDF-Plug-in-Versionen landet der Virus im System. Damit ahnungslose Anwender solche Web-Seiten auch aufrufen, haben die Kriminellen seit Anfang Juni 2009 mehrere hundert Domains mit anrüchigen Namen erstellt. So landen dort Internet-Surfer, die nach Erwachseneninhalten im Netz suchen. Abwehr: Aktualisieren Sie stets alle Programme und Plug-ins, die auf Ihrem PC installiert sind. Setzen Sie zudem eine aktuelle Antiviren-Software ein.
10. Angreifer klauen Log-ins bei Last.fm Gefahrenpotential = 2: Last.fm (www.lastfm.de) ist ein Online-Musik-Katalog, über den sich kostenlos Musik hören lässt und der von seinen Anwendern selbst zusammengestellt wird. Wer sich dort anmeldet, gibt dem System allerdings auch persönliche Infos preis. Auf diese haben es Phisher abgesehen, die über das interne Nachrichtensystem Botschaften verschicken. Die Nachrichten lauten etwa "Hey, schau Dir mal Dein Bild in meinem Blog an." Die dazugehörige Web-Adresse ist durch einen URL-Verkürzer unkenntlich gemacht. Wer darauf klickt, wird auf eine Website gelenkt, die der Log-in-Seite von Last.fm zum Verwechseln ähnlich sieht. Abwehr: Überprüfen Sie vor der Eingabe von Log-in-Daten immer, ob die im Browser angezeigte Adresse stimmt
Spam-Aufkommen im ersten Quartal 2010 - 27.05.2010
Der Spam-Anteil am gesamten E-Mail-Verkehr im ersten Quartal 2010 lag bei durchschnittlich 85,2 Prozent, das ist ein Ergebnis des von Darya Gudkova, Elena Bondarenko und Maria Namestnikova erstellten Kaspersky-Reports. Außerdem verzeichnet der IT-Sicherheitsexperte einen Anstieg der Phishing-Attacken auf soziale Netzwerke. So wurde die Online-Community Facebook zu einem der am häufigsten angegriffenen Objekte und landete nach den traditionellen Phishing-Zielen PayPal, eBay und der Bank HSBC mit 5,7 Prozent aller Phishing-Attacken auf dem vierten Platz.
"Seitdem wir diese Statistik führen, wurde zum ersten Mal ein soziales Netzwerk derart intensiv angegriffen", schreiben die Autorinnen des Quartalsberichts. Der durchschnittliche Anteil von Phishing-Mails im ersten Quartal 2010 betrug 0,57 Prozent am gesamten E-Mail-Verkehr. Der Missbrauch neuer Internet-Plattformen, von Blogs und sozialen Netzwerken durch Spammer sowie die allgemeine Sättigungstendenzen im Spam-Markt führten dazu, dass die Menge an unerwünschten Nachrichten im E-Mail-Traffic nicht weiter zunahm und sich im ersten Quartal 2010 bei einem prozentualen Anteil von 85,2 Prozent stabilisierte. Dieser Wert entspricht dem Gesamtergebnis für 2009. .
Die meisten Spam-E-Mails wurden wie 2009 aus den USA versandt (16 Prozent), gefolgt von Indien (sieben Prozent) und Russland (sechs Prozent). Ihnen folgen überwiegend östliche und osteuropäische Länder. Die Spam-Situation in Brasilien hat sich bedeutend verbessert: Das Land fiel von Rang drei auf sechs zurück. Ganz aus den Top-10 verschwunden sind Türkei und China. Das hängt offensichtlich mit den strengeren staatlichen Vorschriften bei der Registrierung von Domains in Fernost zusammen. Ukraine und Deutschland sind hingegen in die Top 10 der Spam-Herkunftsländer zurückgekehrt. Von hier aus werden zwei Prozent aller weltweit erfassten Spam-Mails versandt.
Die in punkto Spam-Versand führende Region ist wie gehabt Asien mit 31,7 Prozent. Aus den europäischen Staaten stammten 30,6 Prozent der unerwünschten Werbe-Mails. Würde man auch Russland komplett zu Europa dazurechnen zählen, läge der alte Kontinent mit 36,6 Prozent gar auf Platz eins des Ratings.
Die aus Südamerika stammende Spam-Menge ist hingegen rückläufig. 2009 lag der Anteil am weltweiten Spam-Aufkommen aus dieser Region noch bei 15 Prozent, im ersten Quartal 2010 kamen lediglich 10,5 Prozente aller weltweit verschickten unerwünschten Werbe-Mails aus Südamerika. Gleichzeitig stieg die aus den osteuropäischen Ländern stammende Spam-Menge an auf 16,4 Prozent an. .
Häufig stimmt die Sprache in den Spam-Mails mit dem Idiom des Ursprungslandes nicht überein. So stammt beispielsweise aus Indien viel russischsprachiger Spam, aus Brasilien kommen unerwünschte Nachrichten auf Deutsch und aus Deutschland werden Spam-Mails in spanischer Sprache verschickt. Der Grund dafür liegt darin, dass sich die Spam-Sprache nicht anhand der Zugehörigkeit einer IP zu einer bestimmten geografischen Region bestimmt, sondern durch die Zugehörigkeit der Computer zu einem bestimmten Botnetz.
die besten WLAN Router (Vergleichstest) - 19.04.2010
Aktuelle WLAN-Router bieten ein deutlich höheres Übertragungstempo und größere Reichweiten als die Vorgängergeneration. Sie arbeiten nach dem (Vor-)Standard 802.11n. Zwar erreichen sie bei weitem nicht die 300 Mbit/s, die die Hersteller groß auf die Produktkartons drucken, aber mit Spitzen-Transferraten von 80 bis 100 MBit/s sind WLAN-Router locker drei- bis viermal so schnell wie 11g-Router.
Grundsätzlich sollten alle aktuellen 11n-Router schnell genug sein, um die Bandbreite eines aktuellen DSL-Anschlusses ohne Verluste im Netzwerk verteilen zu können. Das konkrete Übertragungstempo hängt allerdings sehr stark von der Umgebung ab: Wände, Metallgegenstände, andere WLANs und auch Personen bremsen die Funkwellen und damit die Datenraten.
In einem Test haben unsere Kollegen von der PC-Welt deshalb versucht, typische WLAN-Einsatzbereiche nachzuahmen: Beim ersten Messpunkt standen WLAN-Router und Client mit Sichtkontakt drei Meter auseinander die Idealposition, denn bei geringerem Abstand können sich die Funkwellen stören und damit die Datenrate senken. Bei Messpunkt zwei war der Client zehn Meter vom WLAN-Router entfernt in einem anderen Zimmer aufgestellt: Diese Situation entspricht vielen Heimnetzwerken, bei denen der Router nahe am DSL-Modem platziert ist, der PC jedoch im Arbeitszimmer steht. Der dritte Messpunkt mit 20 Metern Entfernung und mehreren Wänden zwischen den beiden Funkpartnern stellt die Situation nach, die sich beispielsweise beim WLAN-Verkehr über ein Stockwerk oder vom Arbeitszimmer auf die Terrasse ergibt, von der aus man drahtlos mit dem Notebook surft.
Die Tests haben gezeigt, dass Sie das beste Tempo erreichen, wenn WLAN-Router und WLAN-Adapter vom gleichen Hersteller und aus der gleichen Modellreihe stammen. Doch auch 11n-Router unterschiedlicher Herstellern arbeiten problemlos zusammen: Sie tragen dann das entsprechende Logo der Wi-Fi-Allianz (siehe Abbildung), die die Kompatibilität der Router testet.
Bessere Ausstattung kostet mehr Die WLAN-Router der Unter-100-Euro-Klasse sind teureren Produkten fürs Heimnetzwerk weder beim Tempo noch in punkto Sicherheit unterlegen. Allerdings sind diese WLAN-Router schlechter ausgestattet: Ihr integrierter Switch bietet nur Fast-Ethernet-Tempo, während die teureren Kollegen mehrheitlich mit einem schnelleren Gigabit-Switch ausgestattet sind. Außerdem besitzen diese WLAN-Router neben dem LAN-Switch und dem WAN-Port fürs DSL-Modem keine weiteren Schnittstellen. Bei teureren WLAN-Routern lässt sich per USB-Port ein Drucker oder eine Festplatte anschließen und ins Netzwerk integrieren. Schließlich sind auch Dual-Band-Produkte also Router, die auf der üblichen Frequenz 2,4 GHz oder auf dem weniger belegten 5-GHz-Band übertragen können für unter 100 Euro kaum zu bekommen.
Neben dem Tempo spricht auch der Sicherheitsaspekt dafür, sich die Anschaffung eines aktuellen Routers zu überlegen: Alle 11n-Geräte unterstützen mit WPA2 die derzeit beste Methode, um Funknetzwerke gegen unerwünschte Zugriffe und Zuhörer abzuschotten.
Außerdem haben die WLAN-Hersteller dazugelernt: Sie unterstützen den Anwender nun dabei, die WLAN-Verschlüsselung auch anzuwenden. Die meisten Router setzen dabei auf das herstellerunabhängige Verfahren WPS (Wi-Fi Protected Setup): WLAN-Router und Client richten dabei automatisch per Knopfdruck oder Eingabe eines PIN-Codes die Verschlüsselung ein.
Testsieger: Linksys WRT160N er "Linksys WRT160N" ist ein wohnzimmerfreundlicher Router: Er besitzt ein stylishes Design mit geschwungenen Formen. Weiterer optischer Vorteil: Die beiden Antennen sitzen im Gehäuse. Der Router ist kompatibel nach Version 2.0 des Vorstandards für 802.11n und trägt auch das entsprechende Logo der Wi-Fi-Alliance.
Tempo: Vor allem bei großem Abstand zwischen Router und Adapter konnte der Linksys WRT160N überzeugen. Über 20 Meter schaffte er zum Beispiel 66 Mbit/s sehr gut. Doch auch über die kürzeren Distanten von drei und zehn Metern legte er überdurchschnittliche Transferraten hin.
Sicherheit: Per Knopfdruck am Router lässt sich beim Linksys WRT160N eine verschlüsselte WLAN-Verbindung aufbauen. Im Auslieferungszustand ist dieses Verfahren Wi-Fi Protected Setup (WPS) aber nicht aktiviert. Auch Universal Plug’n’Play hat Linksys standardmäßig aktiv gesetzt für den Anwender bequem, aber nicht ohne Risiko. Für die Firewall gibt es umfangreiche Filteroptionen. Außerdem kann man , WLAN-Clients, die am Router hängen, die Verbindung untereinander verbieten. Der Fernzugriff ist standardmäßig nicht aktiv: Er lässt sich bei Bedarf auf eine bestimmte IP-Adresse begrenzen oder per https-Verbindung schützen.
Handhabung: Mit dem komfortablen Einrichtungsassistent auf CD schließen auch Netzwerkneulinge den WRT160N fix an. Recht hilfreich sind auch das deutsche PDF-Handbuch auf CD und die deutsche Menüoberfläche des Routers. In Kleinigkeiten zum Beispiel bei der Kanalauswahl widersprechen sie sich aber. Das Menü ist übersichtlich und sinnvoll gegliedert, Änderungen übernimmt der Router sehr schnell. Größere Probleme hatten wir im Test mit der Software : Sie lief erst nach einem Update von der Hersteller-Webseite stabil.
Ausstattung: Der Linksys WRT160N bietet nicht viel mehr als die klassischen Router-Schnittstellen wie 4-Port-Switch mit Fast-Ethernet-Geschwinidgkeit sowie einen WAN-Port und einen Reset-Knopf. WDS (Wireless Distribution System) unterstützt er nicht.
Ergonomie: Bei der Leistungsaufnahme war der Linksys WRT160N recht zurückhaltend. Bei Datentransfers gönnte er sich 7,9 Watt, ohne Übertragung zeigte das Messgerät 5,3 Watt.
Fazit: Der Linksys WRT160N überzeugte mit überdurchschnittlichem Tempo in allen Testszenarien. Er eignet sich daher für gemischte 11n/11g-Netzwerke und WLANs, in denen größere Strecken überwunden werden müssen. Vor allem Einsteiger werden gut mit ihm zurecht kommen.
Platz 2: Belkin F5D8233de4 Klavierlack-Design und blau leuchtende Status-LEDs der Belkin-Router unterscheidet sich schon äußerlich von den üblichen grauen Router-Kisten. Der 11n-Router, der Draft 2.0 unterstützt, überraschte mit hohen Datenraten über alle Messpunkte. Er bietet WPS. Für Firewall oder Port-Weiterleitung besitzt er allerdings nicht besonders viele Einstellmöglichkeiten er ist ein unkomplizierter Standard-Router für Tempo-Fans.
Platz 3: Hama Wireless LAN Router 300 Mbps Besonders beim Transfertempo konnte der Hama-Router ohne Abstriche überzeugen. Sowohl mit dem herstellereigenen Adapter wie auch mit 11n-Notebooks lagen seine Datenraten im Spitzenfeld. Das Menü bietet alle wichtigen Einstellungen, könnte aber noch benutzerfreundlicher gestaltet sein.
Platz 4: Siemens Gigaset SE366 WLAN Beim Siemens-Router überzeugte das übersichtliche Menü und die vernünftigen Sicherheitseinstellungen. Für diese Sorgfalt des Herstellers zahlen Sie aber auch rund 15 bis 20 Euro mehr als bei vergleichbar ausgestatteten Routern. Das Transfertempo des Siemens SE 366 WLAN ging in Ordnung.
Platz 5: Sitecom WL-183 Besonders auf kurze Distanz überzeugt der Sitecom-Router. Insgesamt liegen seine Transferraten aber nur im Mittelfeld. Das Konfigurationsmenü besitzt viele Optionen, macht es dem Anwender aber schwer, diese auch effektiv zu nutzen. Bis auf die lange Garantie von 10 Jahren bietet der Sitecom SL-183 nichts, was andere WLAN-Router nicht besser machen.
Spartipp: Buffalo WZR2-G300N
Der Buffalo-Router "WZR2-G300N" spart in zweifacher Hinsicht Geld: Zum einen ist er mit einem aktuellen Straßenpreis von rund 55 Euro recht günstig. Zum anderen zeichnet er sich durch eine geringe Leistungsaufnahme aus, kostet also auch im Unterhalt nicht viel. Bei der sicheren Verschlüsselung setzt Buffalo auf AOSS (Airtouch One-Touch Secure System): Bei diesem proprietären System handeln Router und Client nach einem Knopfdruck die Verschlüsselung aus, der Anwender muss sich keine Passwörter oder komplizierte Zahlenfolgen mehr merken.
Tempo: Die Transferrate des Buffalo-Routers lag insgesamt im hinteren Mittelfeld. Mit dem eigenen Adapter WLI2-CB-300N schaffte er über die kurze Distanz aber gute 89 MBit/s. Auch mit dem 11n-Centrino-Modul erreichte der ordentliche Datenraten. Besonders schwach war der Durchsatz aber mit dem 11g-Centrino-Modul: Hier lag der Buffalo-Router am Ende des Testfeldes.
Sicherheit: Standardmäßig ist beim Buffalo-Router keine Verschlüsselung aktiv. Der Router mahnt beim Einrichten auch keine an. Dafür unterstützt er aber AOSS. Potentielles Sicherheitsrisiko: Im Auslieferungszustand ist Universal Plug’n’Play eingeschaltet. Bei den Filteroptionen lässt sich der Zugriff nicht nach URL oder Schlüsselwörter einschränken eine Option, die vor allem WLAN-Einsteiger schätzen. Auch die Optionen beim Port-Forwarding ließen sich benutzerfreundlicher gestalten. Gut dagegen: Die Verbindung drahtloser Clients untereinander lässt sich unterbinden. Außerdem kann man sehr bequem bestimmten LAN-Stationen den Zugriff auf den Router verweigern.
Ausstattung: Der Buffalo-Router ist mit drei externen Antennen ausgestattet. Sein 4-Port-Switch arbeitet mit Fast-Ethernet-Tempo. Am Gehäuse findet sich ein mechanischer Schalter, durch den das Gerät zwischen Router- und Access-Point-Modus wechselt.
Handhabung: Auf CD liefert Buffalo einen Assistenten für die Router-Einrichtung mit. Das Router-Handbuch ist allerdings nur auf Englisch. Das Konfigurationsmenü ist zwar eingedeutscht, enthält aber einige Übersetzungsfehler: Auf der Startseite darf man zum Beispiel einen Zauberer aufrufen oder beim Port-Forwarding eine Richtlinie addieren. Auch sonst zeichnet sich das Menü nicht durch Übersichtlichkeit aus.
Ergonomie: Beim Datentransfer war der Buffalo-Router der sparsamste im Testfeld. Er begnügte sich mit 6,4 Watt. Ohne Datenübertragung nahm er 5,6 Watt auf auch das ist sehr sparsam.
Fazit: Der sparsame Router machte seine Sache ordentlich. Die Transferrate ist nicht überragend, aber okay nur mit 11g-Geräten kann der Buffalo-Router nicht so gut. An der Dokumentation und der Bedienerfreundlichkeit des Menüs sollte Buffalo aber noch arbeiten.
Windows-7 Mängel sofort beheben - 11.02.2010
Viel Lob aber auch Kritik: Windows 7 ist seit knapp zwei Monaten auf dem Markt, und die meisten Kunden und auch Microsoft äußern sich zufrieden bis begeistert. Grobe Fehler, spektakuläre Bugs sind nicht zu vermelden. Dennoch zeigen sich in der Praxis Mängel und Schwächen. Bugs, die einen kleinen Nutzerkreis betreffen, gibt es sehr wohl in Windows 7, genauso wie eine Reihe von kleineren Mankos und Ungereimtheiten. Und nicht zuletzt finden wir einiges nicht mehr, was früher Standard war. All diese Punkte haben wir auf den folgenden Seiten zusammengetragen.
1. Die Starter-Edition für Netbooks ist nicht vollwertig Wenn es nach Microsoft geht, soll Windows 7 auch auf schwach ausgestatteten Netbooks baldmöglichst das auslaufende Windows XP ersetzen. Vielfach kommt hier aber nur die preiswerte Starter-Edition zum Einsatz. Sie verzichtet auf viele Windows-7-Neuerungen und sogar auf die Aero-Optik. Sie verbietet Desktop-Anpassungen. Einzige nennenswerte Fortschritte im Vergleich zu XP sind die neue Taskbar und die Möglichkeit, einer Heimnetzgruppe beizutreten. Abhilfe: Nehmen Sie Netbooks mit XP Home, solange es noch geht (bis Mitte 2010). Die minimalen Vorteile einer Windows-7-Starter-Edition macht XP durch seinen geringen Speicher- und Ressourcenverbrauch wett. Netbooks haben meist 1 GB RAM gerade mal ausreichend für Windows 7, aber geradezu üppig für ein Windows XP.
2. Multitouch kann die Maus nicht wirklich ersetzen Die Multitouch-Unterstützung auf Touchscreens ist eine brauchbare Eingabealternative, aber nicht mehr. Die kleinen Buttons in Symbolleisten oder die Menü-Optionen lassen sich mit dem präzisen Mauszeiger wesentlich leichter ansteuern als mit dem Finger. Auf Multitouch-Eingabe optimiert sind nur die neue Taskleiste, sofern sie mit großen Symbolen konfiguriert wird, oder Aero Snap beim Ziehen an den Desktop-Rand. Abhilfe: Wenn Sie Windows 7 überwiegend mit Multitouch bedienen wollen, sollten Sie die Bildschirmauflösung herabsetzen oder gezielt einzelne Elemente vergrößern (Rechtsklick auf den Desktop und Anpassen, Fensterfarbe, Erweiterte Darstellungseinstellungen).
3. Es gibt kein In Place-Upgrade für XP-Anwender Windows XP ist der eigentliche und verbreitete Vorgänger von Windows 7. Ein technisches Upgrade, also die Übernahme aller Programme und Einstellungen in das neue System, ist aber nur von Vista aus möglich. Bisherige XP-Anwender müssen mit einem Clean Install ganz von vorne beginnen. Abhilfe: XP-Kunden sollten Windows Easy Transfer nutzen, das immerhin alle Benutzerdaten und Dokumente unter XP auf einen externen Datenträger sichert und später unter Windows 7 wieder zurückspielt.
4. Das In Place-Upgrade von Vista macht Probleme Wie häufig und wo genau der fatale Bug beim Inplace-Upgrade von Vista nach Windows 7 tatsächlich auftritt, ist nicht ganz klar. Angeblich sind die Hauptbetroffenen jene Anwender, die Windows 7 online bezogen haben, also vor allem Studenten und MSDN-Abonnenten. Tatsache ist, dass dort das Setup nach 62 Prozent einfriert. Nach einem erzwungenen Neustart per Netzschalter macht das gescheiterte Setup ein Rollback zu Vista hoffentlich erfolgreich. Abhilfe: Eine Fix-it-Lösung von Microsoft soll dem Problem beikommen. Die Lösung setzt lediglich eine Umgebungsvariable unter Windows Vista und umgeht damit das Problem.
5. Der XP-Mode ist nicht auf dem neuesten Stand Der virtuelle XP-Mode für Windows 7 Pro, Enterprise und Ultimate bringt zwar ein XP mit dem aktuellen Service Pack 3. Er enthält aber mit dem Internet Explorer (IE) 6 den bekanntlich schlechtesten Browser. Warum es Microsoft dem Anwender überlässt, der virtuellen Maschine erst durch entsprechende Updates zu einem brauchbaren Browser zu verhelfen, bleibt unverständlich. Abhilfe: Über Start, Alle Programme das Windows Update starten und warten bis zunächst alle Update-Komponente aktualisiert sind (Softwareaktualisierung). Danach erhalten Sie unter den wichtigen Updates auch den IE 8 angeboten. Bei einer schnellen Internet-Verbindung haben Sie nach etwa 15 bis 20 Minuten inklusive Zwangsneustart ein aktualisiertes XP mit IE 8.
6. Der Checkdisk-Avira-Bug bremst den Systemstart Windows 7 führt unverhältnismäßig oft nach dem Booten einen Check der Systempartition durch. Angeblich löst der kostenlose Virenscanner von Avira die zeitintensive Prüfung aus. Der alleinige Verursacher kann er allerdings nicht sein, da nicht alle PCs mit Windows 7 und Avira Antivir dieses Verhalten zeigen. Abhilfe: Avira hat ein Update geliefert. Ansonsten hilft es eventuell, in Antivir unter Konfiguration, Expertenmodus, Guard, Suchmodus die Option Beim Lesen durchsuchen zu wählen. Standardmäßig ist Beim Lesen und Schreiben durchsuchen eingestellt. Ein sicherer, aber riskanter Ausweg besteht darin, das automatische Chkdsk generell abzuschalten. Das erledigt man etwa mit Autoruns aus der Sysinternals Suite unter Boot Execute und autocheck. Dann sollten man aber selbst periodisch Chkdsk laufen lassen.
7. Windows 7 ist nicht energiesparender als XP Abgesehen von sehr speziellen Nutzungsszenarien (Abspielen von Videos und DVDs) kann Windows 7 ökonomisch (also Speicher, CPU, Energie) gegenüber XP nicht punkten: Win 7 bietet zwar deutlich erweiterte Energiesparoptionen an, braucht aber andererseits mehr Ressourcen. Insgesamt gesehen ist XP mindestens ebenbürtig oder sparsamer. Man sollte aber objektiv werten: Windows 7 ist weit komplexer, und hier laufen durchschnittlich doppelt so viele Prozesse wie bei XP. Dass es hinsichtlich Stromverbrauch und Akkulaufzeit dennoch auf ähnliche Ergebnisse kommt, ist durchaus respektabel. Abhilfe: Keine. Es ist nicht praktikabel, die Energiesparoptionen extrem auszureizen. Ganz abraten möchten wir unter jedem Windows von der Möglichkeit, die Festplatten relativ schnell schlafen zu schicken. Das führt nur dazu, dass die Platten ständig neu anlaufen müssen, weil Windows-Systeme auch auf nicht aktiv genutzte Platten periodisch zugreifen. Das belastet die Mechanik.
8. Der Win-Explorer kennzeichnet keine Ordnerfreigaben Bis Vista erkennen Sie im Windows-Explorer im Netz freigegebene Verzeichnisse an einem modifizierten Ordnersymbol. Windows 7 verzichtet darauf und laut Microsoft ist das eine bewusste Änderung des Designs. Der User soll nicht mit unnötigen Infos überfordert werden. Der Status Freigegeben erscheint nur noch im Detailbereich des Explorer-Fensters soweit aktiviert. Außerdem muss der Ordner markiert sein, damit Sie diese Info sehen. Abhilfe: Da Sie der Explorer über die Netzfreigaben nicht mehr zuverlässig informiert, müssen Sie zu altbewährten Alternativen greifen: Für eine schnelle Gesamtübersicht der Netzfreigaben hilft ein net share auf der Kommandozeile oder die Management-Konsole Fsmgmt.msc (Freigegebene Ordner).
9. Die Symbolleisten bleiben auf die Taskleiste beschränkt Die Möglichkeit, Symbolleisten aus der Taskleiste zu ziehen und an einem anderen Bildschirmrand anzudocken, hat Microsoft schon in Vista abgeschafft. Vor allem im Dual-Monitor-Betrieb oder beim Einsatz einer Software für virtuelle Desktops geht damit eine nützliche Option verloren. Abhilfe: Externe Tools und Programm-Launcher wie das Sidebar-Gadget App Launcher V3 können Symbolleisten ebenbürtig ersetzen.
10. Die Schnellstartleiste scheint zu fehlen Windows 7 bietet die Schnellstartleiste (Quick Launch) nach Rechtsklick auf die Taskleiste unter den Symbolleisten nicht mehr an. Abilfe: Die Schnellstartleiste existiert nach wie vor unter %userprofile%AppDataRoamingMicrosoftInternet ExplorerQuick Launch. Sie lässt sich wie jeder andere Ordner über Symbolleisten, Neue Symbolleiste in die Taskleiste einbinden.
11. Der Kompatibilitäts-Assistent nervt erfahrene Anwender Unter Windows 7 nervt ein neuer Dialog: Vor allem wenn Sie portable Anwendungen das erste Mal einsetzen, meint er, sie seien möglicherweise nicht richtig installiert. Er bietet eine neuerliche Installation an, wobei unter der Haube bestimmte Kompatibilitätseinstellungen gesetzt werden. Die Meldung kommt von dem Dienst mit dem internen Namen PcaSvc (Programm Compatibility Assistant Service, Programmkompatibilitäts-Assistent-Dienst). Abhilfe: Sie werden selbst feststellen, ob und wie oft Sie dieser Dienst nervt. Gegebenenfalls können Sie ihn in der Dienste-Konsole (Services.msc) leicht abschalten. Suchen Sie dort den beschreibenden Namen. Sie können den Service dann Beenden und ferner als Starttyp Deaktiviert festlegen. Bestätigen Sie den Vorgang abschließend mit OK.
12. Manche Anwender stört die Funktion Aero Snap Das automatische Andocken von Fenstern, die an den Desktop-Rand gezogen werden, finden wir praktisch und produktiv zumal die Fenster beim Wegziehen vom Rand automatisch wieder die ursprüngliche Größe annehmen. Es gibt aber auch Anwender, die dieser Automatismus stört. Abhilfe: Abstellen lässt sich Aero Snap unter Systemsteuerung, Erleichterte Bedienung, Center für erleichterte Bedienung, Ausführen von Aufgaben erleichtern. Die Option lautet Verhindern, dass Fenster automatisch angeordnet werden.
13. Das Reparatursystem hat seit Vista nichts dazugelernt Windows 7 bietet wie Vista ein Notfallsystem auf der Setup-DVD und zusätzlich ein Windows RE (Recovery Environment) auf der Festplatte. Es befindet sich auf Retail- und auch auf OEM-Installationen im Ordner Recovery der Systempartition und lässt sich beim PC-Start mit [F8] und Computer reparieren starten. Vor allem für OEM-Käufer ohne Setup-DVD bedeutet das einen großen Fortschritt. Mangelhaft ist dagegen, dass dieses Windows RE seit Vista stagniert. Als Starter-Shell für externe Tools gibt es nur die Kommandozeile, Reparaturen werden durch die geänderten Laufwerkszuordnungen im Zweitsystem unübersichtlich und riskant, Netzwerk-Funktionen fehlen komplett. Abhilfe: Sie können sich selbst ein umfassendes Zweitsystem zusammenstellen. Die Alternativen sind Bart PE PC-WELT-Edition auf der Basis von XP sowie Windows 7 PE auf der Basis von Windows 7. Letzteres hat den Vorteil, Systemwiederherstellungspunkte zurückschreiben zu können.
14. Den Startzeitpunkt des Zweitsystems hat man schnell mal verpasst Nach den Bios-Routinen kommen Sie mit [F8] an das Zweitsystem von Windows 7, das auf Festplatte installiert ist (Computer reparieren, siehe auch Punkt 16). Wenn auf Ihrem PC aber nur ein Win-7-System vorhanden ist und folglich kein Bootmenü erscheint, wird es schwierig, den richtigen Moment für [F8] abzupassen: Während der Bios-Initialisierungen ist es zu früh, sobald der Windows-Kernel lädt, zu spät. Abhilfe: Wenn Sie ein paar Sekunden verlängerte Bootzeit akzeptieren können, hilft ein Trick. Sie erzeugen auf der Kommandozeile mit Admin-Rechten und den Befehlen bcdedit /copy {current} /d Dummybcdedit/timeout 6 einen zweiten Eintrag im Bootmanager. Somit bleiben immer ein paar Sekunden, um mit [F8] die Startoptionen zu aktivieren.
15. Der Boot-Editor ist unkomfortabel und wenig transparent Vista und Windows 7 haben eine neue Bootumgebung, und Win 7 beherrscht jedenfalls in der Enterprise- und Ultimate-Edition zusätzlich das Booten von virtuellen Festplatten (VHD Virtual Harddisks). Aber Microsoft liefert kein taugliches Werkzeug mit, um diese neue Bootoption nutzen und überhaupt die Bootumgebung komfortabel pflegen zu können. Nach wie vor gibt es nur das schon von Vista bekannte Kommandozeilenprogramm Bcdedit.exe. Das ist nicht nur kompliziert, sondern bei komplexen Multiboot-Umgebungen auch unzuverlässig. Das zweite einschlägige Windows-Tool, Msconfig.exe, kann nur Booteinträge löschen und die Wartezeit des Bootmenüs (Timeout) verstellen. Abhilfe: Die englischsprachige Freeware für Vista und Windows 7 Easybcd setzt zwar auch einen erfahrenen Anwender voraus, ist aber wesentlich komfortabler und transparenter als das Windows-Tool. Der wichtigste Button ist Add/Remove Entries. Das portable Tool ist derzeit allerdings noch nicht auf Windows-7-Spezialitäten eingestellt. Daher fehlen noch die Optionen für das Booten von VHDs.
16. Die Systemsteuerung ist unübersichtlich Egal, ob Sie die Systemsteuerung in Kategorien anzeigen oder die alphabetische Liste aller Elemente: Für den Klick ans gewünschte Ziel brauchen Sie immer etwas Zeit. Etwa 50 Applets versammeln sich dort inzwischen, und die enthalten wiederum eine Reihe von Unterfunktionen. Abhilfe: Verwenden Sie das Suchfeld rechts oben, und geben Sie dort etwa Auflösung ein. Der Explorer filtert dann alle relevanten Optionen. Wenn Sie feststellen, dass Sie ein Applet oder eine Unterfunktion ständig verwenden, lohnt sich das Anheften an Systemsteuerung in der Taskleiste per Drag & Drop.
17. Es gibt keine alternativen Mauszeiger Das ist geizig: Es gibt keine Cursor-Themen mehr unter Systemsteuerung, Maus, Zeiger. Die speziellen Systemschemata, die Windows 7 dort zeigt, sind für Anwender mit Sehbehinderung relevant. Abhilfe: Wer aus XP ein schickes Bronze-Schema gewohnt ist, muss auch unter dem neuen System nicht darauf verzichten. Kopieren Sie die benötigten oder alle Cursor-Dateien (*.cur) einfach von einem XP-Rechner (%windir%Cursors) nach Windows 7 (ebenfalls %windir%Cursors). Danach stehen die XP-Cursor im Maus-Applet der Systemsteuerung zur Verfügung.
18. Xmouse-Funktionalität fehlt auch bei Einfachklick Ein Design-Mangel aller bisherigen Windows-Versionen besteht unverändert auch in Windows 7: Um im Explorer etwa abwechselnd im Navigationsbereich und im Dateifenster mit dem Mausrad zu scrollen, ist immer ein Klick auf des jeweilige Unterfenster notwendig. Nur mit der Maus zu zeigen genügt nicht. Daran ändert sich auch nichts, wenn Sie auf Einfachklick umstellen (das geht unter Extras, Ordneroptionen). Abhilfe: Unser Tool pcwHoverWheel behebt dieses Manko. Starten Sie es einfach per Doppelklick. Danach scrollt das Mausrad immer in dem Fenster oder Unterfenster, in dem der Mauszeiger steht. Der Eingabefokus wird nicht geändert. Falls das Scrollen nicht überall funktioniert, läuft ein Fenster in einem anderen Benutzerkontext (als Administrator), ohne dass Sie das bemerkt haben. So starten etwa Management-Konsolen wie Services.msc oder der Geräte-Manager im Administrator-Kontext, ohne dass die Benutzerkontensteuerung dies groß ankündigt. Wer den Scroll-Service von pcwHoverWheel überall nutzen will, sollte daher das Tool Als Administrator starten.
19. Desktop-Icons verschwinden scheinbar grundlos Windows-7-Anwender melden ein kleines Ärgernis, das wir ebenfalls beobachtet haben: Von Zeit zu Zeit ist der Desktop leergefegt. Warum alle Desktop-Icons sporadisch verschwinden, ist derzeit noch nicht klar. Abhilfe: Die Dateiobjekte im Desktop-Ordner sind natürlich noch vorhanden. Es genügen drei Klicks, um die Icons wieder zurückzuholen: Nach dem Rechtsklick auf den Desktop gehen Sie auf Ansicht und weiter auf Desktopsymbole anzeigen.
20. Windows 7 kann keine ISO-Dateien laden Mit Isoburn liefert Windows 7 erstmals ein eigenes Dienstprogramm mit, das ISO-Images auf CD/DVD brennen kann. Die viel wichtigere Aufgabe, solche Dateien als Laufwerk ins Dateisystem einzubinden, beherrscht aber auch Windows 7 nicht. Abhilfe: Für diese immer wieder benötigte Aktion ist die kostenlose Software Virtual Clone Drive nach wie vor das Tool der Wahl.
Wer braucht Windows mit 64 Bit? - 04.01.2010
Wenn Prozessor und Arbeitsspeicher (RAM) pro Takt nicht nur 32 Bit, sondern 64 Bit lange Anweisungen und Daten verarbeiten können, ist eine deutliche Leistungssteigerung möglich zumindest theoretisch. Denn ein 64-Bit-fähiger Prozessor ist nicht zwingend schneller als sein 32-Bit-Pendant. Es spielen noch diverse andere Faktoren mit, wie etwa der Zwischenspeicher oder die Taktfrequenz des Prozessors.
Pro und Kontra: Hauptargument für ein 64-Bit-Windows ist der Umgang mit dem Arbeitsspeicher: Die 32-Bit-Versionen verwalten höchstens 4 GB RAM, Zudem kann keine Software mehr als 2 GB für sich beanspruchen. Ein 64-Bit- System überwindet beide Hürden. Es lassen sich mehr Programme gleichzeitig betreiben und mehr Daten pro Zeiteinheit verarbeiten.
Der Umstieg lohnt sich damit für alle, die Anwendungen mit großem RAM-Bedarf benutzen, etwa für CAD, 3D-Rendering oder große Datenbanken. Kunden, die auf dem PC nur Office und Internetsoftware verwendet, werden von einem Umstieg wenig haben. PCs mit weniger als 4 GB RAM profitieren kaum. 64 Bit haben sich vor allem wegen verschiedener Altlasten noch nicht durchgesetzt. Aus Angst, ein geliebtes Stück Hard- oder Software könnte den Wechsel nicht mitmachen, bleiben viele Anwender bei den bewährten 32-Bit-Systemen.
Prüfen Sie die 64-Bit-Tauglichkeit Die gute Nachricht: Praktisch alle neueren Prozessoren unterstützen die modernere 64-Bit-Architektur. Immer mehr Hardware-Hersteller veröffentlichen passende Treiber ebenfalls für Billiggeräte. Nicht zuletzt sind die meisten 32-Bit-Programme auch unter 64 Bit lauffähig. Abgesehen davon, ist Arbeitsspeicher billiger als je zuvor.
Bereit für 64 Bit: Sie finden sehr einfach heraus, ob ein System 64-Bit-tauglich ist. Öffnen Sie unter Windows Vista Systemsteuerung/System und Wartung; gehen Sie zu Leistungsinformationen und -tools. Unter der kleinen Liste klicken Sie auf Details anzeigen und drucken. Wenn bei "Systemtyp" der Eintrag "64 Bit-Betriebssystem" steht, ist ein solches bereits installiert.
Falls auf einem PC ein 32-Bit-Vista läuft, entdecken Sie die Zeile "64 Bit-fähig" und dahinter den Eintrag "Ja". Ist Windows XP installiert, greifen Sie zum Gratis-Tool SiSoftware Sandra Lite. Nach der Installation wechseln Sie zu Hardware-Informationen und doppelklicken bei "Onboard Geräte" auf Prozessor(en). Wenn unter "Erweiterte Funktionen" hinter "AMD64/EM64T Technologie" ein "Ja" steht, sollte ein 64-Bit-Windows problemlos laufen
Microsoft selbst stellt ebenfalls den sogenannten Upgrade Advisor zum Download bereit. Das Programm kontrolliert unter anderem die angeschlossene Hardware, die Prozessorleistung und den eingebauten Speicher. Der Anwender enthält anschließend eine Aufstellung darüber, wo das getestete System eventuelle Schwachstellen aufweist.
Alle Komponenten müssen 64 Bit unterstützen Vom Prozessor alleine hängt die Kompatibilität nicht ab. Besuchen Sie auch die Webseiten der Hardware-Hersteller. Für folgende Komponenten braucht es 64-Bit-Treiber: Chipsatz, Netzwerkkarte, Grafikkarte, Soundkarte; falls vorhanden auch für Webcam, Drucker, Scanner, Modem, Kartenleser, Infrarotschnittstelle, Touchpad, Bluetooth, TV-Karte, WLAN und Gamekontroller.
Klicken Sie sich außerdem auf der Microsoft-Seite zur Kompatibilität von Hardware zu den Geräten durch. In den Details (unter dem Link "Learn more") finden Sie jeweils bei jedem Produkt einen separaten Reiter 64 Bit. Obwohl es noch kaum echte 64- Bit-Software gibt, sind die installierten Anwendungen im Gegensatz zur Hardware das kleinere Problem.
Durchsuchen Sie die Seiten der Software-Hersteller nach Informationen über die Lauffähigkeit unter einem 64-Bit-Windows. Das Gros der gängigen Anwendungen (etwa Office XP, Firefox, Adobe Reader) wird keinen Ärger machen.
Windows 7 - die häufigsten Fragen - 13.11.2009
Wenn Kunden Fragen zu Windows 7 haben, finden Sie hier die richtigen Antworten. Es handelt sich um die Kurzfassung eines Chats, in dem Daniel Melanchthon, Technology Evangelist bei Microsoft, den Lesern der PC-WELT Rede und Antwort stand. Melanchthon über sich: "Als Evangelist hat man die besondere Rolle, mit neuesten Technologien zu arbeiten und deren Vorteile einem großen Publikum vorzustellen. Dementsprechend bin ich sehr viel unterwegs und trete als Sprecher zu technischen Themen auf Veranstaltungen von Microsoft und Drittanbietern auf."
Frage: Viele Anwender sind nach Erscheinen von Windows Vista dennoch bei Windows XP geblieben. Können Sie kurz in wenigen Stichwörtern aufzählen, wieso Windows 7 nun auch für Windows-XP-Anwender attraktiv ist? Antwort: Nach den Rückmeldungen vieler Anwender läuft Windows 7 auf identischer Hardware schneller als Windows XP. Es ist das deutlich modernere System, bietet einen technischen führenden Unterbau und macht in der Bedienung einfach Spaß. Wir haben viele neue Funktionen wie zum Beispiel "Play to", "Aero Snap" oder auch "Virtual WiFi" eingebaut, die das Arbeiten mit dem Rechner viel einfacher gestalten
Frage: Warum wurde das "Desktop anzeigen"-Symbol auf die rechte Seite verbannt? Kann man es wieder nach links bekommen? Antwort: Diese Funktion wurde ersetzt durch "Aero Peek". Einfach mal die Maus in die rechte untere Ecke bewegen. Ohne etwas anzuklicken scheint dann der Desktop durch die offenen Fenster durch - ein Mausklick schaltet um auf den Desktop und ein zweiter zurück. Wer das alte Verhalten lieb gewonnen hat, muss darauf aber auch nicht verzichten: http://blogs.technet.com/sieben/archive/2009/07/16/show-desktop-icon.aspx hilft hier weiter.
Frage: Ich habe einen PC mit Upgrade-Option auf Windows 7 Home Premium E. Werde ich nach Auslieferung die Gelegenheit haben auf eine Professional-Variante upzugraden? Antwort: Mit Upgrade meinen Sie sicher das Windows 7 Upgrade Programm. Sie haben also einen Rechner mit Windows Vista Home Premium gekauft. Dafür bekommen Sie kostenfrei (gegebenenfalls maximal eine Handlingpauschale) eine äquivalente Windows 7 Home Premium Lizenz. Sie können diese dann später auf Professional gegen Gebühr upgraden. Den Upgradegutschein können Sie aber nicht in eine Professional-Version wandeln.
Frage: Ist bereits abzusehen, dass bestimmte (ältere) Peripherie wie z.B. All-In-One Drucker (von HP) weiterhin nicht mehr durch aktuelle Treiber unterstützt werden, wie das bei Vista der Fall war? Oder kann ich mein Gerät unter W7 wieder verwenden? Antwort: Die Unterstützung älterer Hardware liegt in den Händen des Herstellers, in diesem Fall HP. Wir stellen über Windows Update eine Reihe von Treibern zur Verfügung, so dass Windows 7 mehr als 2,2 Mio. Geräte zurzeit unterstützt.
Frage: Da Windows 7 so eigentlich ganz ordentlich ist, habe ich nur eine Frage. Warum wurde das klassische Startmenü entfernt? Da ich mit sehr vielen kleinen und unterschiedlichen Programmen arbeite, ist es für mich ein Graus, mich durch das kleine winzige Fenster "alle Programme" im Startmenü zu hangeln. Darum vermisse ich die klare Struktur des klassischen Menus. Antwort: Ich kenne das nur andersrum. Bei meiner XP-Installation klappte das Startmenü jeweils auf und stieß fast an den rechten Bildschirmrand. Versuchen Sie doch mal die Suchfunktion im Startmenü zu nutzen. Also nicht den Namen des Programms anklicken, sondern Start drücken und die Anfangsbuchstaben oder einen Teil des Programmnamens eingeben. Nach kurzer Zeit mochte ich das gar nicht mehr missen.
Frage: Bin bald 85 Jahre alt und möchte gerne wissen, ob es möglich ist, von Windows Vista Ultimate auf Windows 7 Ultimate upzudaten, ohne die Daten und Programme neu installieren zu müssen? Antwort: Nein. Sie können, solange sie nicht von 32bit auf 64bit (oder andersherum) umstellen möchten, Windows Vista Ultimate zu Windows 7 Ultimate upgraden. Einfach PC-Komplettsicherung durchführen, Windows 7 DVD einlegen und Upgrade wählen.
Frage: Windows 7 ist bei mir langsam, obwohl ich eine 2-Kern-CPU von Intel (2X 2,53 GHz), 4 GB RAM DDR 2 und die Grafikkarte 9500GT 1024 MB besitze. Antwort: Ich würde an Ihrer Stelle als erstes ein BIOS-Update empfehlen. Wir haben festgestellt, dass einige BIOS-Implementierungen die Geschwindigkeit negativ beeinflussen. Das habe ich selbst erlebt mit einem Lenovo IdeaPad S12, das nach dem BIOS-Update viel besser mit Windows 7 funktioniert. Jetzt bin ich sehr zufrieden mit dem Netbook.
Frage: Ich finde es unmöglich, dass ich nach fast 4 1/2 Jahren XP-Prof.-Nutzung ohne Schwierigkeiten mein System vollständig neu aufsetzen muss, um Windows 7 nutzen zu können. Was ist mit den Programmen die ich im Laufe der Zeit installiert habe und deren Seriennummern ich nicht mehr habe? Neu kaufen, um sie weiterhin nutzen zu können? Antwort: Es stimmt, dass ein direktes Upgrade von Windows XP zu Windows 7 nicht möglich ist. Sie können aber von Windows XP auf Windows Vista upgraden und dann von dort auf Windows 7 gehen, ohne die Programme neu installieren zu müssen. Sie sollten jedoch genau prüfen, ob die installierten Programme, die ja dann schon etwas älter sind, auf Windows Vista respektive Windows 7 problemlos laufen. Für verloren gegangene Seriennummern ist der jeweilige Hersteller der Software zuständig. Oftmals können Sie, gerade bei online erworbener Software, sich den Key erneut zusenden lassen.
Frage: Wenn ich mich in meiner x86- bzw. x64-Welt bewege, wie sehen denn dann die Upgrade-Möglichkeiten innerhalb der Windows-7-Familie aus? Beispielsweise von Home Premium auf Pro / Ultimate? Antwort: Der Wechsel der Hardwareplattform von 32bit auf 64bit geht nur mittels Neuinstallation. Schauen Sie sich dazu aber mal den Windows Easy Transfer Wizard an, der Ihnen die Übernahme der Daten und Einstellungen dramatisch vereinfacht.
Frage: Die OEM-Versionen von Windows 7 werden nur mit einem Datenträger (32 oder 64Bit) ausgeliefert. Fehlt da "nur" der Datenträger oder ist auch die Lizenz eingeschränkt? Darf man später mit dieser Lizenz z.B. von 32 auf 64 Bit wechseln, wenn man Zugriff auf einen Datenträger mit 64-Bit-Version hat? Antwort: Das ist eine gute Frage. Meines Wissens konnte man bei Windows 7 die fehlende 64bit-DVD online gegen Versandkostenpauschale nachbestellen. Aber ich bin kein Lizenzexperte und darf auch nach deutschem Recht keine Rechtsberatung geben.
Windows 7 von MacOS X abgekupfert?, XP Mode, produktives Arbeiten
Frage: Mich würde interessieren, wie Windows 7 im Vergleich mit MacOS X zu sehen ist. Hat Microsoft da nicht kräftig abgekupfert? Antwort: Das erste, was mir bei Snow Leopard aufgefallen ist, ist die Vorschaufunktion im Dock, die sehr von unserer Tab-Preview inspiriert wurde. Ich würde hier nicht von abkupfern sprechen. Die gesamte Geschichte der Industrie lebt von der Inspiration durch gute Ideen und deren Verbesserungen.
Frage: Der XP Mode: Ich weiß, dass es ihn nur bei Ultimate gibt. Ist das so, dass man dann ein XP-Fenster sieht, so wie man es gewohnt ist, und im Hintergrund Windows 7 läuft oder sieht man nur Windows 7 und XP läuft nur technisch, aber nicht visuell? Antwort: XP Mode gibt es für Ultimate, Enterprise und Professional als separaten Download. Von dem XP sieht man gar nichts. Man findet die Programme aus der virtuellen XP-Instanz direkt im Windows-7-Startmenü als einzelne Einträge. Wenn man so z.B. IE6 im XP Mode startet, dann öffnet sich die Anwendung genauso, als wenn sie lokal installiert wäre. Man kann das Fenster in der Größe frei verändern und auf dem Desktop verschieben. XP Mode bietet sogar Integration in den System Tray. Wenn man also ein Chatprogramm aus der XP VM startet, dann minimiert sich das auch in Windows 7 in den System Tray.
Frage: Anstelle einer vom Anwender zusammenzustellenden Windows-7-Live-CD/DVD wäre eine Promotion von Microsoft anhand einer in Fachzeitschriften beiliegenden CD/DVD praktischer und würde den Anreiz zum Test auch mit der vorhandenen Hardware erhöhen. Antwort: Wenn es nur um das Testen mit vorhandener Hardware geht, kann man die Enterprise-Version nehmen. Wenn damit gemeint ist, dass Windows 7 sozusagen ins RAM gebootet werden sollte - dafür ist es einfach nicht gemacht. Das war kein Design-Ziel für Windows 7. Wobei das nicht bedeutet, dass Windows nicht auch komplett im RAM laufen könnte. Windows PE, das zum Beispiel auch die Grundlage des Windows 7 Installers ist, ist ein Windows, das komplett im RAM läuft.
Frage: Schränkt die virtuell aufwändig gestaltete und verspielte Oberfläche für Firmen die Produktivität im Vergleich zu Windows XP oder älteren Betriebssystemen nicht ein? Antwort: Die Frage scheint sich bei jedem neuen Betriebssystem zu stellen. Ich erinnere mich noch gut an die Kritik an der Oberfläche von Windows XP. Luna wurde als Bonboninterface bezeichnet ;-). Die neue Oberfläche ist bewusst nicht verspielt gehalten, sondern sehr sachlich. Wir könnten mit den neuen Grafikmöglichkeiten, die Aero bringt, problemlos auch Fenster wobbeln oder brennen lassen. Allerdings ist der Mehrwert davon ziemlich eingeschränkt. Meiner Meinung nach ist die neue Oberfläche sehr ästhetisch gezeichnet und erlaubt durch neue Funktionen wie Aero Snap und die verbesserte Programmumschaltung mit Aero Peek produktiveres Arbeiten.
Frage: Auf wie vielen Rechnern darf man Windows 7 Ultimate einsetzen? Gerüchten zu Folge auf zwei. Richtig? Antwort: Nein. Das ist nur ein Gerücht. Sie benötigen für jeden Rechner eine eigene Lizenz.
Frage: Ein Update von Windows XP auf Windows 7 ist ja als "Update" nicht möglich - gibt es eine "Migrations-Hilfe" oder muss ich die Daten von Hand sichern / einspielen? Antwort: Ich hatte oben schon auf den Windows Easy Transfer Assistenten verwiesen, der hilft, die Einstellungen und die Daten von Windows XP zu übernehmen. Er erzeugt auch eine Liste mit den installierten Anwendungen, so dass man dann weiß, was man in dem neu installierten Windows 7 noch nachinstallieren muss. Die Installation von Windows 7 ist auch viel einfacher als von Windows XP und die Hardwareerkennung bietet Unterstützung für viel mehr Geräte.
Firewall, Netbooks, Installation, Upgrade
Frage: Gibt es von Windows 7 eine günstigere Version für Schüler und Studenten? Antwort: Für Studenten an technischen Fakultäten gibt es MSDN AA (Academic Alliance). Darüber bekommen Studenten Windows 7 Professional geschenkt. Daneben gibt es für Windows Vista preiswerte Versionen für Schüler (EDU SSL Schulversion). Schauen Sie einmal hier nach: http://www.windowsblog.at/post/2007/01/22/5018.aspx
Frage: Ist die Windows Firewall inzwischen so ausgereift, dass sie ein Third-Party-Produkt vollständig ersetzt? Antwort: Das kommt natürlich darauf an, was Sie an Funktionen von Third-Party-Herstellern so schätzen. Die Firewall ist seit Windows XP SP2 standardmäßig ausreichend. Seit Windows Vista filtert sie sowohl ein- wie auch ausgehenden Verkehr. Meiner Meinung nach braucht man kein Third-Party-Produkt, weder auf Windows 7, noch auf Windows Vista oder Windows XP.
Frage: Bei XP-Netbooks begrenzt Microsoft ja die Ausstattung, beispielsweise 160-GB-Festplatte. Dürfen Windows-7-Netbooks besser ausgestattet sein? Antwort: Microsoft begrenzt nicht die Ausstattung von Netbooks. Es ist anders herum. Um eine besonders günstige Lizenz zu bekommen, die für langsame und schlechter ausgestattete Rechner bestimmt war, haben Hersteller die Netbooks im Lieferumfang limitiert. Mit Windows 7 gibt es keine eigene Netbook-Edition. Auf Netbooks läuft jedes Windows 7 bis hin zum Ultimate. Allerdings können Hersteller, wenn Sie mit dem Einsatz der Windows 7 Starter Edition gerade einen sehr niedrigeren Preispunkt treffen wollen, die Rechner großzügiger ausstatten.
Frage: Kann man einem Device, ich denke da besonders an USB also Wechseldatenträger, nun auch permanent immer den gleichen Laufwerksbuchstaben zuweisen? Antwort: Ja.
Frage: Ich habe dreimal versucht, Windows 7 zu installieren. Beim letzten Versuch hat es geklappt. Beim Start kommt jetzt dreimal Windows 7 und darüber Windows XP. Wie bekomme ich zwei Windows 7 weg? Antwort: Sie können in einer administrativen Kommandozeile das Tool bcdedit nutzen, um den Bootmanager zu editieren. Mit bcdedit /enum /v lassen Sie sich alle Einträge anzeigen. Pro Eintrag interessiert die GUID. Die nehmen Sie und löschen mit bcdedit /delete {GUID} die nicht mehr benötigten Einträge.
Frage: Wird .NET eigentlich standardmäßig mit installiert oder kommt das als Update? Antwort: Das .Net Framework ist bei Windows 7 schon mit dabei.
Frage: Vista ist ja bis heute in Firmenumgebungen eher selten gesehen. Gibt es Gründe, warum man als Firma auf Windows 7 wechseln sollte? Antwort: Windows 7 erlaubt Firmen, eine viel einfachere Softwareverteilung. Heute pflegen Firmen mehrere, teils dutzende Systemimages mit Windows XP. Mit Windows 7 brauchen sie nur noch ein Image pro Hardwareplattform (32bit oder 64bit). Damit werden Netbooks, Laptops, Tablet PCs, All-in-One-PCs, Desktops und Workstations unterstützt. Ob Single oder Multiprozessor. Vor allem sind diese Images auch sprachlich unabhängig - ich kann also ein Image haben für alle im Unternehmen verwendeten Sprachen. Daneben gibt es gerade für Firmen sehr ausgereifte neue Funktionen. Denken Sie zum Beispiel mal an Bitlocker, etc.
Frage: Genügt mir zum Upgrade von Windows 7 Home Premium auf Windows 7 Professional eine gewöhnliche Windows 7 Pro DVD (incl. gültigem Lizenzschlüssel selbstverständlich)? Antwort: Nein. Sie brauchen noch weniger, nämlich nur den Upgrade-Schlüssel. Die Daten sind schon alle auf dem Gerät installiert. Man kann durch Eingabe des Upgrade-Schlüssels und einen nachfolgenden Erbot auf die höhere Version ganz einfach upgraden.
Frage: Ich habe Vista mit Upgrade-Möglichkeit auf Windows 7 gekauft. Muss ich jetzt Windows Vista vorher installieren? Antwort: Bei Windows Vista war es so, dass das Upgrade einer laufenden Vorgängerversion gestartet werden musste. Man konnte dann entweder upgraden oder neu installieren. Ich habe noch keine Upgrade-Medien zum Testen gehabt, um das für Windows 7 verifizieren zu können.
Frage: Ich würde mir gerne Windows 7 Home Premium in der 64-Bit-Variante zulegen. Derzeit verwende ich Vista Home Premium. In meinem Rechner steckt ein Intel Core 2. Würde Windows 7 in der 64-Bit-Version laufen? Antwort: Ein Core 2 ist meines Wissens nicht 64bit tauglich. Lesen Sie aber sicherheitshalber die genaue CPU ID Ihres Prozessors aus und schauen Sie dazu einmal bei Intel nach.
Benutzerkontensteuerung, Vorteile für Unternehmen, 32- oder 64 Bit, Sicherheit
Frage: Was mich bei Vista nervt, ist die Benutzerkontensteuerung. Wird die bei W7 komplett abgeschafft? Antwort: Nein. Die Benutzerkontensteuerung wurde aber deutlich überarbeitet und ist wird von vielen Anwendern als wesentlich angenehmer empfunden. Sie können die Einstellung in vier Stufen selbst verändern und die Benutzerkontensteuerung auch abschalten. Von letzterem rät Microsoft aber dringend ab. Übrigens konnten Sie auch bei Windows Vista die Benutzerkontensteuerung konfigurieren.
Frage: Welche Vorteile würde uns (Unternehmen mit etwa 100 Beschaftigten) ein Umstieg von XP/2003 auf W7 und Server2008R2 bringen, speziell bei der Benutzerverwaltung? Antwort: Von Vorteil sind die geringeren Wartungskosten durch die vereinfachte Softwarebereitstellung. Mitarbeiter bräuchten kein VPN mehr, um auf Firmendaten von unterwegs aus zugreifen zu können. Direct Access in Windows Server 2008 R2 bietet hier einen nahtlosen Zugriff für die Clients. Mit Bitlocker lassen sich die PCs lokal absichern, so dass die Daten auf den Festplatten nur noch verschlüsselt gespeichert sind. Das hilft zum Beispiel auch, wenn man mal eine Festplatte austauschen will. Die Daten sind dann für Dritte nicht mehr lesbar. Falls die Firma eine Niederlassung hat, kann sie WAN-Traffic drastisch einsparen durch eine Funktion mit dem Namen Branch Cache. Falls die Firma eine Niederlassung hat, kann sie WAN-Traffic drastisch einsparen durch eine Funktion mit dem Namen Branch Cache.
Frage: Gibt es eine Möglichkeit, Windows 7 zu verbieten, eigenständig in den Standby zu gehen bei sehr niedrigem Akkustand? Weder die detaillierten Energieeinstellung lassen dies zu, noch über Kommandozeile war ich erfolgreich, komplett abschalten ließ es sich leider nie (ja, ich riskiere gerne und mit vollem Bewusstsein ein "Hardware aus" durch zu wenig Energie). Antwort: Ja. Sie können einfach einstellen, dass der Computer niemals in den Standby gehen soll. Dann geht er bei Ende der Akkulaufzeit einfach aus. Schauen Sie unter SystemsteuerungHardware und Soundnergieoptionennergiesparplaneinstellungen bearbeiten und tragen dort ein, dass niemals ein Energiesparmodus genutzt werden soll. In den erweiterten Energieoptionen gibt es dann noch separate Regler für "Ruhezustand nach" und "Deaktivierung nach".
Frage: Ist es sinnvoll, erst noch abzuwarten und nicht die erste Version von Windows 7 zu erwerben, sondern sich eher noch gedulden, bis die ersten Fehler beseitigt sind? Antwort: Nein. Den Gedanken haben zwar viele, aber ich kann versichern, dass die Qualitätsanforderungen an Windows 7 so hoch wie an noch kein anderes Betriebssystem gestellt wurden. Gerade auch das Feedback viele Anwender im Markt zeigt, dass die RTM-Version von Windows 7 ein sehr hohes Qualitätslevel erreicht hat und bedenkenlos eingesetzt werden kann. Nur mal als Randnotiz: Vorgabe für die Entwicklung von Windows 7 war, dass die Entwickler auf Windows 7 entwickeln. Sie haben also auf den eigenen Entwicklungsständen ihre Entwickler-PCs betrieben. Da war ein ureigenes Interesse da, dass jeder Milestone Build vernünftig bestens funktioniert.
Frage: Was ist Ihre Empfehlung für die Entscheidung zwischen 32 und 64 Bit? Antwort: Solange Sie nicht mehr als 3 GB RAM im PC einsetzen, macht es wenig Sinn, die 64bit-Version zu nutzen. Wenn Sie allerdings mehr RAM nutzen wollen, kommen Sie an 64bit nicht vorbei. Stellen Sie dabei sicher, dass alle Soft- und Hardware 64bit unterstützt. Also ob es 64bittige Treiber für Ihre gesamte Hardware gibt und ob die Software darauf problemlos läuft. Meine eigene Erfahrung ist dabei sehr gut: Bei mir laufen alle Geräte auf 64bit mit Ausnahme eines Netbooks, des Sony Vaios P Minicomputers und meines Mediacenters. Alle Geräte haben nur 1 oder 2 GB RAM. Daher macht 64bit da nicht so viel Sinn.
Frage: Warum wurde eigentlich Steady State entfernt? Antwort: SteadyState führte in der Windows 7 Beta zu unbefriedigenden Ergebnissen und wurde deshalb entfernt. Wir wollten deswegen nicht möglicherweise die Auslieferung von Windows 7 verzögern. Mit Boot from VHD hat man eine ähnliche Möglichkeit, Änderungen am System sehr einfach rückgängig machen zu können. Boot from VHD unterstützt sogenannte Differencing Disks, die man mit Diskpart erstellen kann.
Frage: Mich würde das Sicherheitskonzept von Windows 7 interessieren. Können Sie dazu etwas sagen? Antwort: Das Konzept balanciert sowohl Benutzbarkeit als auch Sicherheit. Standardmäßig ist der erste Benutzer mit administrativen Rechten ausgestattet, die er aber nur bei Bedarf automatisch erhält. Ansonsten arbeitet er als normaler Benutzer. Jeder weitere Nutzeraccount, den man anlegt, ist ein normaler Benutzer. Wenn man kein Kennwort vergibt, dann ist der Account nur an dem Computer lokal anmeldbar, nicht über das Netz. Windows 7 selbst wurde mit höchsten und modernsten Sicherheitstechnologien erstellt. So unterstützen wir das NX Bit zum Schutz gegen Pufferüberläufe jetzt auch im Kernel, Verschleiern Speicheradressen mittels ALSR und nutzen neben der schon bekannten Rechtesteuerung Integritätsebenen im System.
Wann der Umstieg auf Windows 7 lohnt - 22.10.2009
Der Channel setzt große Erwartungen in das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 7. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Microsoft allein in Deutschland 15 Millionen Alt-PCs auf das neue Windows umrüsten will. Für Kunden stellt sich damit freilich die Frage, ob ihre alten Computer denn tatsächlich für das neue Betriebssystem geeignet sind und sich etwa der direkte Umstieg von XP lohnt.
"Bei Rechnern, die älter als fünf Jahre sind, könnte es Probleme mit Komponenten geben", meint dazu Peter Endres, Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb beim Vor-Ort-Servicedienstleister Cervis. Computer neueren Datums dagegen sollten nach Cervis-Ansicht in der Regel ohne nenneswerte Hardware-Probleme auf die Heimkunden-Standardversion Windows 7 Home Premium aufrüstbar sein.
Sparsamer als Vista
"Der Leistungsbedarf von Windows 7 sollte auf dem Niveau von XP liegen", betont Endres. Dementsprechend ist damit zu rechnen, dass viele ältere PCs, die mit dem Ressourcenfresser Vista nicht oder schlecht klar kamen, unter Windows 7 betrieben werden können. Allerdings könnte es bei älteren PCs Probleme mit Treibern für Komponenten oder Peripheriegeräte geben, so Endres - eine Tatsache, die auch Microsoft selbst betont.
Für XP-User kommt hinzu, dass ein Upgrade im Gegensatz zu Vista eine vollständige System-Neuinstallation bedeutet. "Windows 7 ist allein von den Sicherheitsmechanismen her einem XP sicher vorzuziehen", meint aber Endres. Deshalb und aufgrund der moderneren Gestaltung sei ein Umstieg bei ausreichender Hardware zu empfehlen - selbst, wenn vielleicht nicht alle Windows-7-Funktionalitäten genutzt werden können
Mindestvoraussetzungen
Die Mindestvoraussetzungen für Windows 7 Home Premium umfassen zunächst einen Ein-Gigahertz-Prozessor und eine DirectX 9-Grafiklösung, die zumindest WDDM 1.0 unterstützt. Bei einem 32-Bit-Prozessor sind außerdem ein Gigabyte (GB) RAM sowie 16 GB freier Festplattenplatz erforderlich; für die 64-Bit-Version erhöht sich dies auf zwei GB RAM und 20 GB Speicherplatz. Außerdem heißt es recht unverbindlich: "Für bestimmte Features ist ggf. erweiterte oder zusätzliche Hardware erforderlich."
Damit scheint Windows 7 letztendlich nicht ganz als heilende Antwort auf das "Vista Capable"-Marketingdesaster geeignet. Denn für dieses Logo haben eine 800-Megahertz-CPU, 512 Megabyte RAM und eine Grafikkarte ohne WDDM gereicht. Nutzern, die das Fehlen des Aero-Interface bei Vista Home Basic beklagt haben, wird also der Sprung auf Windows 7 unter Umständen gar nicht offen stehen.
Netbook-Nische
Aero fehlt auch bei einer Nischenversionen des neuen Betriebssystems, Windows 7 Starter. "Das ist eine spezielle Edition von Windows 7 für die Verwendung auf Netbooks und in puncto Sicherheit ein vollwertiges Windows", betont Robert Lampl, Leiter der Bereiche Online Services und Windows bei Microsoft Österreich. Vor Beschwerden über eine begrenzte Funktionalität fürchtet man sich offenbar nicht. "Der Funktionsumfang von Windows 7 Starter steht in der Beschreibung von Windows 7 Starter, daher sehen wir hier kein Risiko", so Lampl.
Ultimative Anforderungen
Im Enterise-Bereich bietet etwa T-Systems einen Windows-7-Umrüstservice für Unternehmen, denen das Analystenhaus Gartner in der Vorwoche zu frühen Upgrades geraten hat. Der Fokus des Angebots liegt auf der großkundenorientierten Enterprise Edition, deren Funktionsumfang jenem von Windows 7 Ultimate entspricht. "Prinzipiell würden wir sagen, dass im PC-Bereich mindestens ein Q35-Chipsatz - lieferbar etwa seit Ende 2007 - erforderlich ist. Seitens der Komponenten sollte eine Core-2-Duo-CPU, 2 GB RAM und eine 80 GB HDD vorhanden sein", meint T-Systems-Pressesprecher Norbert Riepl.
Wer genauer wissen will, ob sein PC Windows-7-tauglich ist, kann den von Microsoft bislang nur in einer Betaversion bereitgestellten Update Advisor herunterladen.